Die Eisbären sind meister : Eine Bockwurst, bitte

Wie der Berliner Verein den Erfolg feiert: Die Eisbären kosten im Sportforum ihren Triumph aus. Die Fans harrten aus. Erst kurz nach Mitternacht quetschte sich der Mannschaftsbus durch die Anhängerschar vor dem Wellblechpalast.

Katrin Schulze

Berlin - Bis dahin hatte Volker Goede die knapp 1000 Fans bei Laune gehalten – Schlager und Lieder über die Eisbären legte er in einer Endlosschleife auf der Bühne vor dem Sportforum auf.

Auch als die Spieler der Eisbären gut sieben Stunden nach ihrem Erfolg in Köln aus dem Bus gestiegen waren, sah man sie nicht. In der Traube von Menschen, die sie umringten, deutete lediglich das vorübergehende Aufblitzen des Silberpokals auf ihren Standort hin. Oder das Gegröle. Nicht jeder Profi war am späten Abend noch nüchtern. Die weißen Kisten, in denen sich zuvor die Prosecco-Flaschen befunden hatten, stapelten sich unter der Theke VIP-Raums, der an diesem Abend wie eine Imbissbude daherkam. Am Bierhahn bedienten sich die Spieler einfach selbst. Trinken macht hungrig. Als um 0 Uhr 39 der riesige Kübel mit Bockwürsten und Brötchen den Eingang passierte, ging ein Aufschrei durch den Raum. Bodenständig sind sie beim Deutschen Eishockeymeister. Die Mannschaft aß. Die Fans sangen. Gefühlte 19-mal durften die Puhdys vom „leeren Leben ohne Bären“ trällern, während Karat-Gitarrist und Eisbären-Fan Bernd Römer aufgeregt durch die Gegend sprang.

Das Spektakel war erstaunlich, hatten die Eisbären doch vorher keine Feier geplant. Nun ließen sie auf der Bühne das Mikrofon kreisen. Trainer Don Jackson zählte die Besonderheit jedes einzelnen Spielers auf. „Tyson Mulock ist gut, weil er ein gutes Powerplay spielt, und Richard Mueller zeichnet sich durch seine Schnelligkeit aus“ und Steve Walker sei sowieso in allem gut. Die Nummer war Sven Felski dann doch ein bisschen zu viel. Er übernahm die Regie und stimmte mit den Fans das berühmte „Uffta“ an. Es verlor sich auf dem weiten Gelände.

Gegen 1 Uhr 30 hatte sich der Platz am Sportforum geleert. Volker Goede baute seine Musikanlage vorerst zum letzten Mal ab, und das Team verließ seine ausgediente Heimspielstätte. Die Party aber war noch nicht vorbei. Der Mannschaftsbus bewegte sich weiter in Richtung eines Tanzlokals am Hackeschen Markt.

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