Sport : Die Eisbären und Corpus Christi

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Berlin - Waren das turbulente Tage bei den Corpus Christi Ice Rays für Coach Brent Hughes. Mitten im Kampf um einen Play-off-Platz in der Southern Conference der Central Hockey League haute ihm sein erster Torwart ab. Hughes kämpfte verzweifelt um Ersatz. Am Donnerstag, so berichtet eine Lokalzeitung der texanischen Stadt, telefonierte der verzweifelte Hughes sogar während des Trainings auf dem Eis mit dem Handy wild in der Gegend herum. „Der Abgang von Kevin reißt definitiv ein ganz großes Loch in unseren Eishockeyklub“, wird der Coach zitiert.

Schuld am Eishockey-Drama am Golf von Mexiko sind die Eisbären. Die haben den 24 Jahre alten Kevin Nastiuk kurzerhand verpflichtet. So machte sich der Torwart auf die Reise: Texas, Berlin, Mannheim. Das alles in weniger als 24 Stunden. Gestern Mittag kam Kevin Nastiuk auf dem Flughafen Tegel an. Von Tegel ging es nach Hohenschönhausen, dort sollte sich der neue Eisbären-Torwart in einer Mini-Trainingseinheit an seine neue Umgebung gewöhnen können. Um 16.30 Uhr starteten die Eisbären bereits mit dem Flugzeug nach Mannheim. Dort tritt der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga am Sonntag bei den Adlern an (Spielbeginn 14.30 Uhr, live auf Sky). Kevin Nastiuk soll schon in Mannheim auf der Bank sitzen. „Das wird schon hart für ihn werden“, sagt sein neuer Trainer Don Jackson. Bislang kenne Nastiuk weder Deutschland noch die neue Liga. „Aber da muss er durch“, sagt Jackson. Wann Nastiuk erstmals zum Einsatz kommen soll, weiß der Trainer nicht. „Das werden wir nach den ersten Trainingseindrücken entscheiden“, sagt Jackson. „Ich glaube, dass er gutes Niveau mitbringt, seine Biografie ähnelt der von Rob Zepp.“ Auch der erste Torhüter der Berliner hatte sich durch unterklassige nordamerikanische Ligen gekämpft, bevor es in Europa zu mehr reichte.

Die Corpus Christi Ice Rays sind wahrlich keine Großmacht des Eishockeys. Da überrascht es nicht, dass Nastiuk sagt, er könne die Probleme von Coach Hughes zwar verstehen, aber: „Die Chance auf den Karrieresprung in Berlin konnte ich nicht ablehnen.“ Claus Vetter

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