Die Eisbären werben für Olympia 2024 in Berlin : Konter auf fremdem Eis

Die Eisbären unterstützen die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele 2024 und tragen den Slogan „Berlin für Olympia“ auf ihren Trikots. Start der Aktion ist ausgerechnet in Hamburg - kurz bevor der Konkurrent seine eigenen Werbekampagne startet.

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Andreas Statzkowski, der Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport (CDU), im Eishockey-Triko während eines Pressegespräches zur Olympia-Bewerbung von Berlin.
Andreas Statzkowski, der Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport (CDU), im Eishockey-Triko während...

Im Eishockey sind schnelle Konter ein probates Mittel, um einem Gegner den Vorteil im Spiel zu nehmen und einen Wirkungstreffer zu erzielen. So einen Treffer für Berlin wollen die Eisbären am Sonntag bei ihrem Auswärtsspiel in Hamburg landen – im übertragenen Sinn natürlich. Bei den Freezers hatten sie vor ein paar Tagen groß angekündigt, wie sehr sie sich für die Olympiabewerbung Hamburgs ins Zeug legen werden, oder ans Zeug: Das Logo der Hamburger Aktion „Feuer und Flamme“ wird auf den Hosen der Spieler zu sehen sein, dann gibt es Aktionstage zum Thema bei Heimspielen – den ersten am 25. Februar. Dann aber waren schon andere längst in der Hamburger Arena mit ihrem Olympia-Slogan unterwegs: die Eisbären. Pünktlich zum Auswärtsspiel am Sonntag tragen sie den Schriftzug „Berlin für Olympia“ auf ihren Trikots.

Es ist ein kleiner Berliner Konter im Streit der beiden Städte beim Vorentscheid für die Bewerbung um Sommerspiele 2024. Denn seit einigen Wochen scheint die Stimmungslage pro Olympia in Hamburg eindeutig besser zu sein. Die Berliner Profiklubs wirken ein wenig ausgebremst vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 21. März – auch wenn sie sich seit langem, darunter auch die Eisbären, für Olympische Spiele in der Hauptstadt positioniert haben.

Am 23. Januar will der Berliner Senat mit seiner großen stadtinternen Werbekampagne loslegen – auch da sind die Eisbären dabei. Staatssekretär Andreas Statzkowski streifte sich am Freitag schon mal für die Fotografen ein Trikot des Rekordmeisters der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) über. Doch während etwa Volleyball-Bundesligist BR Volleys längst auf seinen Klatschpappen in der Max-Schmelinghalle für Olympia wirbt, hat es bei den Eisbären dann doch etwas gedauert, bis ihre Position nun auch zu sehen ist.

Olympia in Berlin: Die Eisbären würden von einer Renovierung des Sportforums profitieren

„Für mich ist es keine Frage, dass Olympia für den Sport in Berlin nur gut sein kann“, hatte etwa der Sportliche Leiter Stefan Ustorf schon im Sommer gesagt. Diskutiert wurde trotzdem intern, ein Spiegelbild der Stimmung in der Stadt. Klubsprecher Cem Herder sagt: „Das Thema ist ein offener Diskurs, da ist nicht jeder dabei.“ Dass die Eisbären als Wintersportart mit Sommer-Olympia eher weniger zu tun hätten, sei allerdings kein Grund für das Zögern gewesen. „Der Leistungs- und Breitensport wird von Olympia in Berlin profitieren“, sagt Herder. „Die neuen Strukturen können danach genutzt werden.“ Wohl dann besonders im Sportforum, von dessen Renovierung die Eisbären auch profitieren würden, schließlich trainieren sie dort.

Der Slogan auf dem Trikot sei nur der Startschuss in Sachen Werben für Olympia, sagt Herder. Es werde noch Aktionen im Rahmen der Heimspiele geben, mit Werbefilmchen – einen mit Kapitän André Rankel gibt es bereits – und Olympiabotschaftern aus dem Klub. Teilgenommen an (Winter-)Spielen haben über Ustorf bis hin zu Uwe Krupp auch schon einige bei den Eisbären, bei den Sportlern fällt das Pro zu Olympia in Berlin eindeutig aus. Rankel sagt: „Berlins Idee von nachhaltigen Spielen finde ich begeisternd.“

Wer für etwas wirbt, der muss eben auch begeistert davon sein, oder in jedem Fall so wirken. Aber sie wollen es ganz ernst nehmen bei den Eisbären, der Konter in Hamburg belege das, findet Sprecher Herder. „Natürlich haben wir uns gesagt: Wir spielen Sonntag in Hamburg und da gibt es doch keinen besseren Zeitpunkt für den Auftakt der Aktion für uns.“ Die Hamburger Zuschauer in der Arena im Volkspark – alle knapp 13 000 Karten für das Spiel (Beginn 14.30 Uhr) sind seit Tagen verkauft – werden es am Sonntag wohl anders sehen.

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