Sport : Die Elf der Sieger

Sie sind noch keine Stars, aber bald. Hier verraten wir, wer in der Rückrunde groß rauskommen wird

Nr. 1: Marc Ziegler (Borussia Dortmund)

: Die Dortmunder haben in der Hinrunde viele Probleme gehabt. Eines wird ihnen erst in der Rückrunde auffallen: dass sie auch auf der Torhüterposition nicht optimal besetzt waren. Noch glauben sie ja, dass Roman Weidenfeller ein exzellenter Torhüter ist, in der Rückrunde aber werden sie merken, dass der bessere Mann, Marc Ziegler, bisher auf der Bank gesessen hat – und dass eine gewisse Zurückhaltung auch auf dieser Position kein Nachteil sein muss.

2: Daniel van Buyten (Bayern München)

In seiner letzten Halbserie als Vereinstrainer wird Ottmar Hitzfeld seine Mannschaft mehr denn je auf Erfolg bürsten. Aus dem netten Ottmar wird ein gnadenloser Disziplinfanatiker. Der erste Profiteur des neuen Kurses steht schon fest: Daniel van Buyten mag gravierende Defizite sowohl in spielerischer als auch taktischer Hinsicht besitzen, wenn er aber eines kann, ist es Disziplin. Mit seinem Ehrgeiz wird er Hitzfelds Mann sein.

3: Alexander Madlung (VfL Wolfsburg)

Nur zwei Spieler haben es geschafft, in der neuen Mannschaft von Chef Felix Magath ihren Platz im Team zu behalten. Der eine ist, klar, Marcelinho. Der andere ist, etwas überraschend, Alexander Madlung. Er durfte tapfer weiter Bälle rausköpfen, weil der eigentlich eingeplante Ricardo Costa lange verletzt war. Jetzt ist er es schon wieder. Und solange einer fehlt, ist Madlung ein wichtiger Mann beim VfL Magath.

4: Mario Eggimann (Karlsruher SC)

Der Karlsruher Abwehrchef kämpft um einen Platz in der Schweizer Nationalelf bei der EM. Seine Chancen stehen gut, denn anders als sein großer Konkurrent um diesen Platz spielt einer der besten Abwehrspieler der Vorrunde in einer gut organisierten Mannschaft, die es ihm leicht machen wird, auch in der Rückrunde zu glänzen. Sein Konkurrent heißt Steve von Bergen und spielt bei Hertha BSC.

5: Gojko Kacar (Hertha BSC)

Unter den Fans der Berliner ist es eine umfassend erörterte Frage, wie es eigentlich sein kann, dass ein Stammspieler der brasilianischen Nationalmannschaft nicht gut genug ist für einen Mittelklasse- Bundesligisten wie Hertha BSC. Diese Diskussion um Mineiro wird nach der Rückrunde wohl noch leidenschaftlicher geführt werden – wenn nämlich Gojko Kacar nur annähernd das spielt, was er in seiner jungen Karriere angedeutet hat. Der Serbe, immerhin drei Millionen Euro teuer, ist exzellent in der Balleroberung, handlungsschnell, strategisch begabt und auch technisch stark. Mit diesen Fähigkeiten könnte Kacar für Herthas sich noch suchende Elf sogar wichtiger werden als der Vier-Millionen-Einkauf Raffael.

6: Ivan Rakitic (Schalke 04)

Es ist hart für einen 19-Jährigen, wenn er aus der Schweiz in die Bundesliga kommt, die Position des Spielmachers Lincoln übernehmen soll, gleich im ersten Spiel gegen den Meister ein Tor schießt und entsprechend gefeiert wird. Es hat ein paar Wochen gedauert, bis alle verstanden haben, dass Rakitic nicht Lincoln II ist, sondern ein anderer, sehr guter Mittelfeldspieler. Gut, dass es auch Rakitic selbst weiß.

7: Mesut Özil (Werder Bremen)

Die Einigung zwischen den Klubs stand bei Redaktionsschluss noch aus, doch mit dem Abgang aus Schalke ergeben sich für das Riesentalent in Bremen die besten Chancen. Dort ist eine „schmutzige Kampagne“ (Özil) gegen ihn undenkbar, Thomas Schaaf wird, wie für jeden, einen guten Platz für Özil finden. Und der ist ein Spieler, der die Fähigkeit besitzt, Vertrauen doppelt zurückzuzahlen.

8: Tim Borowski (Werder Bremen)

Dass die Bremer in Deutschland den schönsten Fußball spielen, ist hinlänglich bekannt. In der vergangenen Saison haben sie aber auch gezeigt, dass ihnen in den entscheidenden Momenten der Killerinstinkt fehlt. Den werden sie in diesem Jahr haben – dank Tim Borowski. Kein Bremer Spieler wird in der Rückrunde versessener darauf sein, Deutscher Meister zu werden, als Borowski, der künftige Münchner.

9: Mike Hanke (Hannover 96)

Mike Hanke ist ein Stürmer, den sich eine Mannschaft im modernen Fußball eigentlich nicht mehr leisten kann. Sein Beitrag zur Defensive tendiert gegen null. Oder um es etwas schmeichelhafter auszudrücken: Hanke konzentriert sich aufs Wesentliche, das Toreschießen. Und da er im Sommer mit zur EM will, wird er das in bisher ungekanntem Maße tun.

10: Victor Agali (Hansa Rostock)

Null Tore hat Agali seit seiner Rückkehr zu Hansa geschossen. Es kann also nur besser werden. Und das wird es auch, weil Enrico Kern nicht das Zeug zum Helden hat, der den Klassenerhalt sichert. Bleibt also nur Agali übrig. In seinen Jahren in Frankreich und der Türkei hat er immer drei bis acht Tore geschossen. Da er seinen Jähzorn in der Rückrunde im Griff haben wird, klappt das auch diesmal.

11: Jan Koller (1. FC Nürnberg)

In der Vorbereitung zeigte der Neuzugang, wie die Nürnberger Abschlussschwäche zu beheben ist. Er schoss vier Tore in fünf Spielen. Viel wichtiger aber wird sein, dass der große und ballsichere Koller als Anspielstation perfekt ins Nürnberger Spiel passt und Platz schafft für andere. Für niemanden ist diese Verpflichtung besser als für Marek Mintal.

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