Sport : Die Erfahrenen

Eishockey-Klub Preussen nimmt Kurs auf Liga zwei

Steffen Hudemann

Berlin - Es ist schon lange her, dass sich zum letzten Mal ein Team eines überregionalen Fernsehsenders zum Eishockey in die Deutschlandhalle verirrt hatte. Doch gestern, zum Spiel der Oberliga-Meisterrunde zwischen dem Berliner Schlittschuh-Club Preussen und den Eisbären Juniors, hatte der Sender Premiere Reporter für einen kleinen Filmbeitrag entsandt. Schließlich ist die Siegesserie der Preussen nicht gerade alltäglich. Das 5:1 (2:0, 2:0, 1:1) über die Juniors war der 30. Erfolg der Berliner hintereinander.

Die Fernsehleute bekamen gute Bilder. Die Preussen-Fans waren in der Hoffnung eines baldigen Aufstiegs in die Zweite Bundesliga bester Laune. Und die rund 100 Anhänger der Eisbären, die sich nach dem Spiel der ersten Mannschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen Hamburg noch auf den Weg von Hohenschönhausen nach Charlottenburg gemacht hatten, feierten ihr Team trotz der Niederlage. Warum auch nicht? Die Eisbären hatten ihr Spiel am Nachmittag gewonnen, und mit einem Sieg des zweiten Teams hatte ohnehin kaum jemand gerechnet. Denn die Qualifikation für die Meisterrunde war für die Juniors schon eine Überraschung. Der Unterschied zwischen den Preussen und den Juniors war für die nach offiziellen Angaben 1524 Zuschauer – die Halle wirkte voller – von Beginn an erkennbar. Im ersten Drittel hielten die Eisbären noch 17 Minuten lang das 0:0, bevor Dennis Meyer für die Preussen traf. Nur 39 Sekunden später schloss Joel Irwin in Unterzahl ein Solo zum 2:0 ab. Doch die Eisbären Juniors, die fünf Spieler an die DEL-Teams der Hamburg Freezers und der Eisbären hatten abgeben müssen, waren auch im zweiten Abschnitt mit dem routinierten Spiel der Preussen überfordert. Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson sagte nach dem Spiel: „Wir sind hier zum Pistolenduell mit Messern angetreten.“

Hoffmann und Angermann im zweiten und Murray im abschließenden Drittel erhöhten auf 5:0. Sechs Minuten vor Ende kamen die tapfer kämpfenden Nachwuchsspieler zu ihrem einzigen Tor durch Gerard Miller. „Ich war froh, dass das Spiel nach 60 Minuten vorbei war“, sagte Tomlinson. Die Preussen dagegen sind nach dem 4:3 nach Penaltyschießen gegen Heilbronn am Freitag, den Ersten der Süd-Gruppe, und dem gestrigen Erfolg nun erster Favorit für den Aufstieg in die Zweite Liga. Bis die Spiele der Berliner live im Fernsehen gezeigt werden, wird es trotzdem noch eine Weile dauern.

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