Sport : Die ersten Endspiele

Ab heute duellieren sich Alba und Meister Frankfurt im Basketball-Halbfinale

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Die Serie zwischen Alba Berlin und den Skyliners Frankfurt sei mehr als ein Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, sagt der Frankfurter Trainer Murat Didin. Es gehe um die Dominanz im deutschen Basketball. „Seit zehn Jahren ist Alba die erste Lokomotive des deutschen Basketballs, aber wenn wir das Halbfinale und dann die Meisterschaft gewinnen, können wir es vielleicht werden.“ Heute treffen beide Teams im ersten Halbfinalspiel, das nach dem Modus „Best of five“ ausgetragen wird, in der noch nicht ausverkauften Max-Schmeling-Halle aufeinander (17.15 Uhr, live auf Premiere). Besitzt Meister Frankfurt das Potenzial, um Alba auch als Marktführer abzulösen? Ein Vergleich.

Die Mannschaften. Alba hat ein ausgeglichenes Team. Bei den Frankfurtern, die in diesem Jahr Erfahrung in der Europaliga sammeln konnten, hängt vieles von den Leistungsträger Chris Williams und Pascal Roller ab. Williams war mit durchschnittlich 20,2 Punkten zweitbester Werfer der Hauptrunde, mit 10,1 Rebounds pro Spiel Zweiter der Rebound-Statistik. Eigentlich hätte Michael Wright gegen ihn verteidigen sollen. Doch der wegen Dopings gesperrte Wright wird frühestens in einer fünften Begegnung spielen dürfen – falls er das Medikament absetzt, das für seine positive Dopingprobe verantwortlich war. „Die Frage muss Michael Wright beantworten“, sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi. Wright wollte sich dazu nicht äußern, er bezeichnet das als Privatangelegenheit. So wird Szymon Szewczyk gegen Williams verteidigen müssen. Eine schwere Aufgabe für den Polen. Dafür ist Alba auf der Centerposition im Vorteil. Der routinierte Jovo Stanojevic spielt dort gegen den 21-jährigen Malik Badiane.

Die Trainer. Alba Berlin hat den Vertrag mit Henrik Rödl als Cheftrainer erst am vergangenen Montag um ein Jahr verlängert. Der 36-Jährige hat in seinen ersten vier Monaten überzeugt. Allerdings verfügt Rödl noch nicht über viel Erfahrung als Trainer. Vor Alba trainierte er lediglich den Regionalligisten TuS Lichterfelde. Seinen Verein und den deutschen Basketball kennt Rödl bestens: Elf Jahre lang spielte er für Alba. Frankfurts Cheftrainer Murat Didin bringt andere Voraussetzungen mit. Der 50-Jährige verfügt über 20 Jahre Trainererfahrung. Neben einer Reihe türkischer Klubs trainierte er die türkische Nationalmannschaft. 2001 wurde er Meister mit Ülker Istanbul.

Die Fans. Mit 6556 Zuschauern pro Spiel hat Alba den Frankfurtern einiges voraus. In die Frankfurter Ballsporthalle, in die 5002 Zuschauer passen, kamen bislang durchschnittlich nur 3926 Fans. Nicht einmal im fünften und entscheidenden Spiel gegen Quakenbrück am vergangenen Donnerstag war die Halle ausverkauft. „Wir existieren erst seit 1999 und müssen langsam in das Bewusstsein der Frankfurter eindringen“, sagt Sprecher Marc Rybicki. Alba hingegen hat für alle restlichen Spiele dieser Saison die Kapazität der Max-Schmeling-Halle von 8861 auf 10 050 Zuschauer erhöht.

Die Finanzen. Der Etat der Frankfurter liegt zwischen zwei und drei Millionen Euro. Ob der finanziell angeschlagene Namenssponsor Opel seine Partnerschaft fortsetzt, ist weiterhin unklar. Wahrscheinlich ist eine Verlängerung des Vertrags zu deutlich niedrigeren Konditionen. Alba Berlins Etat liegt bei 5,5 Millionen Euro. Mit ihrem Namenssponsor Alba verbindet die Berliner eine lange Tradition. Seit der Vereinsgründung 1990 sind das Abfallunternehmen und der Basketballklub Partner.

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