Sport : Die Etablierten noch nicht abgelöst

Segeln: Kadelbach und Belcher verlieren in Kiel

André Wornowski

Berlin - Anfang 20 gegen Ende 20 – das Duell der aufstrebenden gegen die arrivierten Seglerinnen prägte bei der Kieler Woche die Rennen in der 470er-Klasse. Dabei mussten die Routiniers, die Berlinerin Kathrin Kadelbach und ihre Vorschoterin Friederike Belcher, einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Durch einen missglückten Start im Medalrace, dem Finale am Mittwoch, rutschten sie in der Gesamtwertung hinter Tina Lutz vom Chiemsee und Susann Beucke aus Hannover auf den dritten Platz.

„Wir hatten Pech und sind gleich zu Rennbeginn von den Griechinnen über den Haufen gefahren worden“, sagte Kadelbach. Die Gegner wurden danach bestraft – „genutzt hat uns das aber nichts“, sagte Steuerfrau Kadelbach. Denn durch das ebenso unglückliche wie unnötige Manöver musste ihr Team das Feld von hinten aufrollen. Am Ende reichte es für sie im wichtigen Medalrace, bei dem die Wertungen doppelt zählen, nur noch zu Platz sechs. „Schade“, sagte Friederike Belcher und betonte, dass das verlorene Rennen aber kein „Weltuntergang“ sei. Schließlich haben sie und Kadelbach in der Olympiaqualifikationswertung einen Vorsprung von zwei Punkten behauptet. Den wollen sie nun bei der Weltmeisterschaft im Dezember vor Perth verteidigen – und sich damit die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London 2012 sichern.

Ein dramatisches Finale zeichnet sich auch in der Starbootklasse ab. Bei den schweren Jungs, bei denen Steuermann und Vorschoter laut Reglement zusammen bis zu 200 Kilogramm wiegen dürfen, kämpfen vier Teams um den einen Platz, der zum Olympia-Start berechtigt. Nach der Kieler Woche besetzen diesen zunächst Robert Stanjek und Frithjof Kleen aus Berlin. Als bestes deutsches Team belegten sie in Kiel Platz vier und schoben sich damit an den Rostockern Alexander Schlonski und Mathias Bohn vorbei. Allerdings trennt die beiden Teams lediglich ein Punkt.

Insgesamt holten die deutschen Segler bei der Kieler Woche drei Siege. Simon Grotelüschen gewann im Laser, Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann im 49er und Heiko Kröger im paralympischen 2.4mR.André Wornowski

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