Sport : Die falsche Dosis

Mathias Klappenbach über den ersten Dopingfall dieser Tour

Mathias Klappenbach

Ob der Fall Beltran nun ein Rückschlag oder ein Fortschritt für den Radsport darstellt, ist eine Frage des Standpunkts des Betrachters und der Gewichtung der Vorkommnisse. Hat sich immer noch nichts geändert in dieser von Doping durchsetzten Sportart oder funktionieren jetzt zumindest die Kontrollen so gut, dass sich ab jetzt jeder sehr gut überlegt, ob er überhaupt noch dopt? Was Manuel Beltran angeht, ist davon auszugehen, dass sein Fehler aus seiner Sicht darin besteht, so ungeschickt gedopt zu haben, dass seine Werte auffallen. Er ist – ganz sicher – bei weitem nicht der Einzige im Feld, der sich vor der Tour und auf den ersten Etappen mit dieser Frage auseinandergesetzt hat.

Naturgemäß verkaufen die Verantwortlichen der Teams und der Tour den Fall Beltran als Erfolg der Dopingbekämpfung und führen als Begründung an, dass Beltran vor einigen Jahren gar nicht aufgefallen wäre. Wer davon ausgeht, dass dem Radsport bis zu einer signifikanten Eindämmung seines großen systemimmanenten Problems noch mindestens ein weiter Weg bevorsteht, kann dem zustimmen. Wer vor der Tour gedacht hatte, dass sich diese Kultur bereits tiefgreifend geändert hat, lag hingegen falsch.

Nicht wegen Beltran, ein einzelner Dopingfall ist in keiner Sportart etwas Ungewöhnliches. Wichtiger für die Bewertung dieser Tour de France sind die auffälligen Werte bei einer Reihe anderer Radprofis, ob sie nun am Ende offiziell als gedopt gelten oder nicht. Diese Werte zeigen nach einer Woche Tour 2008, was sich alles nicht geändert hat.

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