Sport : Die Fans geben ein Signal

Berliner machen das Spiel gegen Island zu einem Handballfest

Hartmut Moheit

Berlin. Nicht einmal acht Minuten stand Stephan Just beim Handball-Länderspiel gegen Island auf dem das Parkett schützenden Toraflexbelag. Nach diesem Kurzeinsatz in der Max-Schmeling-Halle, bei dem der Eisenacher ein Tor zum 39:34-Erfolg der deutschen Handball-Nationalmannschaft über Island beisteuerte, glaubte er nicht, dass ihn die Fans bestürmen würden. Just irrte sich, denn kaum ging er in Richtung Ausgang, da war er von den Autogrammjägern umringt wie die Stars Stefan Kretzschmar, Christian Schwarzer oder Henning Fritz. „Völlig klar, die Berliner sind absolut heiß auf Spitzenhandball“, sagte Bundestrainer Heiner Brand dazu, der zuvor ebenso wie sein isländischer Kollege Gudmundur Gudmundsson eine „wundervolle Kulisse“ erlebt hatte.

Heinz Jacobsen, der Liga-Ausschussvorsitzender des Deutschen Handball-Bundes, schlussfolgerte daraus, was am Sonnabend sehr viele gedacht haben: „Berlin sollte eigentlich wieder eine erstklassige Mannschaft haben. Zum Länderspiel kamen über 7000 Besucher. In dieser Stadt ist genug Potenzial.“ Um diesen Eindruck mit Statistiken belegen zu können, gab es am Rande des Länderspiels eine Umfrage. Thomas Gloth aus Buxtehude, der schon Gummersbach, Großwallstadt, Fredenbeck und Leutershausen trainierte, ließ Fragezettel verteilen. Die Fans sollten unter anderem beantworten, welche Erstligateams sie kennen und ihnen sympathisch sind, was sie von einer Berliner Mannschaft in der Erstklassigkeit halten würden, und vor allem, wie sie die Reinickendorfer Füchse aus der Zweiten Liga bewerten.

Die Botschaft in Richtung möglicher Großsponsoren ist bekannt: Ähnlich dem HSV Hamburg, der mittlerweile in der weit über 10 000 Zuschauer fassenden neuen Arena in der Hansestadt erfolgreich spielt, soll für Berlin ein gleichartiger Coup in der vom US-Milliardär Philip Anschutz geplanten Großhalle am Ostbahnhof geplant sein. Nur, es braucht die breite Unterstützung, damit es wirklich gelingen kann. „Das Ergebnis der Umfrage werden wir zum Ende der Woche wissen“, sagte Gloth. Er hofft, mit einem überzeugenden Votum für den Handball etwas bewegen zu können. Hilfreich ist, dass die Füchse zuletzt sogar den Zweitliga-Spitzenreiter Stralsund besiegten und damit wohl kaum noch absteigen werden. Darauf lässt sich aufbauen. Spitzenhandball, vorgeführt von Spielern mit großen Namen, das wollen die Fans nun bald regelmäßig in Berlin sehen. Ihr Signal war beim Spiel gegen Island eindeutig.

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