Sport : Die Fans retten Thunder

Berlins Footballteam ist der Gewinner der Saison

Dieter Hoch

Berlin – Es ist das Finale vor dem Finale. Sportlich hat das heutige letzte Punktspiel von Berlin Thunder gegen Frankfurt Galaxy (16 Uhr, Olympiastadion) keine große Bedeutung mehr. Beide Teams stehen bereits als Teilnehmer am Endspiel der Footballliga NFL Europe, dem World Bowl, fest, der eine Woche später in Gelsenkirchen stattfindet. Trotzdem will es Thunder noch einmal richtig angehen lassen. Mit einer preisgünstigen Kombination aus Tickets für das letzte Heimspiel, Endspiel und Bahnkarte will man nicht nur dafür sorgen, dass möglichst viele Fans die Mannschaft am 12. Juni in der Arena Auf Schalke unterstützen, sondern vielleicht noch den Zuschauerschnitt über die Rekordmarke von bisher 16 312 hieven.

Und das ist mindestens ebenso wichtig wie der sportliche Erfolg. „Wir wissen, dass wir einen ordentlichen Zuwachs haben“, sagt Thunders General Manager Michael Lang. Er klingt erleichtert dabei. Knapp zwölf Prozent mehr Zuschauer kamen im Vergleich zum vergangenen Jahr ins Stadion – das ist der größte Zuschauer-Zuwachs der Liga. Gut möglich, dass diese Zahl Lang den Job und Thunder die Existenz gerettet hat. Weil Liga-Konkurrent Rhein Fire im nächsten Jahr nach Düsseldorf zurückkehrt, die Liga aber in Fires zweijährigem Ausweichquartier Gelsenkirchen ein eigenes Team aufbauen wollte, hätte ein anderes geschlossen werden müssen. Thunder galt aufgrund der unbefriedigenden Zuschauerzahlen als erster Kandidat, auch wenn es laut Lang von Seiten der Liga nie diesbezügliche Äußerungen gegeben habe.

Ob nun Spekulation oder realistische Option, jetzt braucht sich der Thunder-Manager wohl keine Sorgen mehr um die Zukunft zu machen. Fire brachen in dieser Saison die Zuschauer weg – von 34 218 auf 21 072 pro Heimspiel. Die Schuld dafür schiebt man sich gegenseitig zu. Bei Fire beklagt man, dass die Schalker zu wenig Werbung für Rhein Fire gemacht habe, während man dort den Footballern vorwirft, mit ihrer vorzeitigen Verkündung der Rückkehr nach Düsseldorf keinen Anreiz zum Stadionbesuch geschaffen zu haben. Thunder können diese Dissonanzen nur recht sein. Das Team ist schon jetzt der Gewinner der Saison – ganz gleich, wie der World Bowl ausgeht.

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