Sport : Die Fans rücken in den Vorstand

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Allein der offizielle Titel ist viel versprechend – zumindest der zweite Teil. Ansgar Schwenken, langjähriger Vorstand beim Zweitligisten VfL Bochum, wird ab Dezember „Direktor für Fußball-Angelegenheiten und Fans“ bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Man sollte meinen, dass die DFL schon vorher reichlich Fachpersonal für Fußball-Angelegenheiten beschäftigt hatte. In Sachen Fans allerdings war die Profiliga auf höchster Ebene chronisch unterbesetzt. Insofern ist Schwenkens Verpflichtung ein gutes Zeichen.

Der 45-Jährige wird Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsleitung und ist im Ligavorstand stimmberechtigt. So weit oben im Organigramm der DFL war das Thema Fans noch nie angesiedelt. Zumindest auf dem Papier bekommen die Belange der Fußballanhänger also mehr Gewicht. Laut Mitteilung der DFL soll Schwenken unter anderem für „Spielplanung, Fan-Dialog und Stadionsicherheit“ zuständig sein – also jene Bereiche, in denen die Meinungen und Interessen von Anhängern und Profiklubs schon häufig kollidiert sind. Wie aktuell die Thematik ist, zeigt sich wieder einmal am kommenden Bundesliga-Wochenende: Fans von Borussia Mönchengladbach wollen das Spiel beim 1. FC Köln boykottieren, um gegen die Personalisierung der Gästetickets und die Reduzierung ihres Kartenkontingents zu protestieren.

Schwenken saß bereits in der Vergangenheit in Kommissionen zu Sicherheit und Prävention, mit den drängendsten Problemen sollte er also vertraut sein. Ob sich in der DFL nun tatsächlich etwas bewegt, bleibt natürlich abzuwarten. Sie scheint aber beim Thema Fans mehr Verantwortung übernehmen zu wollen – womöglich auch in Abgrenzung zum Deutschen Fußball-Bund, der aufseiten der Verbände bisher immer die Federführung hatte. Ein bisschen Konkurrenz kann in dieser Hinsicht sicherlich nicht schaden.

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