Sport : Die fantastischen Fünf

Deutschlands Turner gewinnen erstmals den Europameister-Titel mit der Mannschaft

Konzentriert am Reck. Auch Fabian Hambüchen überzeugte in Birmingham. Foto: dpa
Konzentriert am Reck. Auch Fabian Hambüchen überzeugte in Birmingham. Foto: dpaFoto: dpa

Birmingham - Philipp Boy ballte beide Hände zu Fäusten, Matthias Fahrig verneigte sich vor dem Publikum, Fabian Hambüchen bildete mit seinen Kollegen eine Jubel-Runde: Erstmals in der 55-jährigen Geschichte von Turn-Europameisterschaften haben die deutschen Turner die Team-Entscheidung gewonnen. Das Quintett brillierte im Mannschafts-Finale von Birmingham mit beeindruckender Sicherheit und höchsten Schwierigkeiten und gewann mit 266,150 Punkten souverän vor Gastgeber Großbritannien (263,025) und Frankreich (260,100).

Es war überhaupt erst der zweite Mannschaftserfolg deutscher Turner: Den bislang einzigen Triumph hatten die Deutschen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin gefeiert. „Supergeil. Was morgen passiert, ist jetzt egal. Wichtig ist nur heute“, sagte Hambüchen am Samstag nach seinem insgesamt sechsten Titel begeistert. Heute hat er die Chance, zum vierten Mal EM-Gold am Reck zu holen.

Die Deutschen mussten im Team-Finale an den Ringen beginnen, meisterten diese Aufgabe mit Bravour und punkteten wie bei den folgenden Geräten Sprung und Barren sogar noch weit höher als in der Qualifikation am Vortag. Mit Glanzleistungen bauten die 22-Jährigen Boy, Marcel Nguyen und Hambüchen am Reck den Vorsprung aus und verteidigten die Top-Position schließlich auch am Pauschenpferd, zu dem die Mannschaft mit dem beruhigenden Vorsprung von 4,725 Punkten gegangen war.

Als Beispiel für den enormen Teamgeist der immer stärker werdenden Truppe sprach, dass Nguyen am Barren sogar seinen Tsukahara-Abgang riskierte, um die Mannschaft in eine noch bessere Position zu bringen. Mit der Note 14,975 wurde dieses Risiko belohnt.

Die deutsche Riege profitierte auch von Patzern der härtesten Konkurrenten. So musste der britische Pauschenpferd-Spezialist Daniel Keatings ausgerechnet sein Top-Gerät unfreiwillig verlassen, und der Franzose Cyrill Tommasone erlebte einen Einbruch am Barren. Titelverteidiger und Mitfavorit Russland hatte zudem wegen des Flugverbots und Visa-Problemen auf die Teilnahme verzichten müssen. dpa

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