Sport : Die Favoriten erschreckt Deutsche Volleyballer

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Kasan (dpa). Deutschlands Volleyball-Nationalmannschaft der Männer versetzt die Fachleute in Erstaunen. Nachdem schon zum Weltliga-Auftakt in Berlin mit einem 3:1-Sieg gegen Atlanta-Olympiasieger Niederlande die gewachsene Leistungsstärke bewiesen wurde, setzte die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu diesen Aufwärtstrend in Kasan beim Olympiazweiten Russland fort. Der unglücklichen 2:3-Niederlage am Freitag, bei der der fünfte und entscheidende Satz 16:18 verloren ging, folgte einen Tag später ein 3:1 (25:18, 17:25, 25:23, 25:17)-Triumph.

„Das waren ein wichtiger Sieg und die Belohnung für unsere harte Arbeit“, sagte Moculescu zufrieden. Er konnte sich nicht erinnern, dass je eine deutsche Mannschaft dort gewonnen hat. „Die Russen gehören zu den Top drei in der Welt und sind außer Reichweite. Da ist es vermessen, über einen Sieg nachzudenken“, hatte Moculescu vor der Reise gesagt. Seine Mannschaft belehrte ihn mit einer großartigen Leistung vor insgesamt 8600 Zuschauern eines Besseren.

Die erste Heimniederlage kostete die Russen die Spitzenposition in der Gruppe C: Die Niederlande haben nach zwei 3:1-Heimsiegen über Kuba ebenfalls drei Siege und eine Niederlage auf dem Konto und sind Tabellenführer. Die Moculescu-Truppe liegt mit zwei Erfolgen und zwei Niederlagen in Lauerstellung bei diesem Prestigeturnier um das Rekord-Preisgeld von 15 Millionen Dollar. Die Mannschaft hat sich damit die Chance auf die Endrunden-Teilnahme in Brasilien (12. bis 18. August) erhalten, wozu einer der ersten beiden Plätze notwendig ist. „Das ist noch Spinnerei. Die Endrunde ist weit weg“, sagte Kapitän Stefan Hübner.

„Vielleicht sind meine Spieler nun hungrig geworden“, hofft Moculescu. Das Wichtigste sei, dass sein Team weiteres Selbstvertrauen auf dem Weg zur Europameisterschaft 2003 im eigenen Land und für die Olympia-Qualifikation gewonnen habe. Obwohl der Trainer in Athen „olympisch“ sein will, glaubt er, dass „diese Mannschaft ihren Leistungszenit 2005/2006 erreicht“. Die Fortschritte beim 28. der Weltrangliste, der im Vorjahr alle zwölf Spiele verlor, sind unverkennbar, ob beim Aufschlag, bei der Annahme, beim Block oder in der Feldabwehr.

Die Mannschaft in der Stammformation mit Frank Dehne, Björn Andrae, Norbert Walter, Marco Liefke, Christian Pampel, Stefan Hübner und Libero Vincent Lange zeigte in beiden Vergleichen keinerlei Respekt vor Russland und bewies auch in kritischen Situationen Nervenstärke. „Wenn wir so spielen wie gegen Russland, haben wir eine Chance“, denkt Kapitän Hübner vor den Kuba-Partien am kommenden Wochenende in Havanna. Die noch sieglosen Kubaner müssen sechs Spieler ersetzen, die sich Ende des Vorjahres nach Italien abgesetzt hatten und vom Weltverband gesperrt wurden.

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