Sport : Die Festung hält

Nach drei Niederlagen in Folge siegen die Füchse beim 24:20 gegen Gummersbach wieder

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Handfest. Sven-Sören Christophersens (l.) Würfe sind kaum zu stoppen, auch nicht von Gummersbachs Vukovic. Foto: JouLux
Handfest. Sven-Sören Christophersens (l.) Würfe sind kaum zu stoppen, auch nicht von Gummersbachs Vukovic. Foto: JouLuxFoto: JouLux

Berlin - Von Revanche war zu hören, vom Angriff auf die Europacup-Plätze und vom zurückgewonnen Selbstvertrauen. Die Gummersbacher redeten sich vor dem Spiel bei den Füchsen selbst stark. Sie wollten damit auch den Druck auf die Berliner erhöhen, die sie nach drei Niederlagen wohl am Ende ihres Höhenfluges wähnten. Welch eine Fehleinschätzung – der letztjährige Gewinner im Europacup der Pokalsieger verließ letztlich gesenkten Hauptes die Schmeling-Halle. Mit 24:20 (12:7) bewiesen die Füchse Berlin einmal mehr, dass ihre Halle mit den tollen Fans im Rücken in der Handball-Bundesliga längst für Gäste-Teams zu einer Festung geworden ist. „Man hat von Anfang an gemerkt, dass Nervosität in unserem Spiel war“, sagte der Berliner Trainer Dagur Sigurdsson. „Aber in dieser Phase der Saison muss man um jeden Punkt kämpfen. So wird das wohl bis zum Ende der Saison bleiben.“ Nur an der Spitze scheint fast alles klar: Der THW Kiel verlor zeitgleich völlig überraschend 25:28 (12:12) gegen Großwallstadt und liegt nun schon sechs Punkte hinter dem Tabellenführer HSV Hamburg.

Überraschend begannen die Gastgeber mit Petr Stochl im Tor, nicht mit dem in der Woche mit Magenproblemen kämpfenden Silvio Heinevetter. Und Stochl zeigte sich diesmal von seiner allerbesten Seite. Weil auch die Abwehr den Namen verdiente, lagen die Füchse vor den 8538 Zuschauern bald 6:5 (15. Minute) in Führung. Doch auch die Gäste verfügten auch in Goran Stojanovic über einen starken Torhüter. Er trug maßgeblich dazu bei, dass den Füchsen zwischen der 15. und der 24. Minute kein Treffer mehr gelang. Die Berliner Deckung mit Stochl im Rücken verhinderte den in dieser Phase möglichen Einbruch.

Den erlebte der VfL, die Mannschaft von Sead Hasanefendic, ausgerechnet in doppelter Überzahl. Füchse-Kapitän Torsten Laen und Michal Kubisztal saßen eine Zweiminuten-Strafe ab, doch der Rest auf dem Parkett setzte trotzdem die Akzente. Der beste Feldspieler der Füchse, der Halblinke Sven-Sören Christophersen, und Ivan Nincevic warfen eine Zwei-Tore-Führung heraus. Und es sollte noch besser kommen: Das Konterspiel der Füchse lief perfekt, bis zur Pause erhöhten sie auf 12:7. Sie hatten die halbe Arbeit auf dem Weg zum ersehnten Sieg zur Verteidigung des vierten Tabellenplatzes getan.

Sigurdsson warnte in der Pause davor, den Gegner nun leichter zu nehmen. Zu Recht: Der Bundesliga-Achte war noch längst nicht besiegt, das sollte sich sehr schnell zeigen. Beim 14:12 (39.) war bereits alles wieder völlig offen. Unter anderem, weil Regisseur Bartlomiej Jaszka, der von seinem extra aus Polen angereisten Fanklub angefeuert wurde, Torgefahr vermissen ließ. Doch immer dann, wenn es richtig brenzlig wurde, fanden die Füchse im Angriff eine Lösung. Selbst als Torsten Laen nach der dritten Zeitstrafe in der 51. Minute die Rote Karte sah.

Von da an war noch mehr Charakter von den Füchsen verlangt. Und den bewiesen sie auf eindrucksvolle Art und Weise, von den Fans leidenschaftlich nach vorn getrieben. Das Rot für Josip Valcic vom VfL (55.) war nur noch eine Nebenbemerkung wert, denn zu diesem Zeitpunkt führten die Füchse bereits wieder 22:17. Endlich traf auch Michal Kubisztal und von Ivan Nincevic ging die lange vermisste Torgefährlichkeit aus. Am Ende waren Christophersen (8 Tore), Nincevic (6) und Kubisztal (5) die erfolgreichsten Werfer bei den Füchsen.

Die Berliner schafften somit den von ihrem Geschäftsführer Bob Hanning vorher geforderten Sieg mit 24:20 und stießen damit zumindest bis zum Sonntag in der Tabelle wieder auf den dritten Platz vor. So können sie sich weiterhin mit dem Thema Champions League beschäftigen.

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