Sport : Die fetten Jahre sind zurück

Christian Hönicke freut sich auf Schlemmereien bei der Tour 2009

Christian Hönicke

Läuft Ihnen beim Gedanken an die nächste Tour de France auch schon das Wasser im Munde zusammen? Nein? Sollte es aber: Die fetten Jahre kehren zurück. Nach den vergangenen beiden pseudogesunden Low-Dope-Touren kriegen die ausgehungerten Radsportfeinschmecker 2009 endlich wieder Gourmetkost serviert – unter anderem durch das garantierte Startrecht für die kasachischen Zauberköche von Astana. So dürfte Alberto Contador die einjährige Garzeit gerade die richtige Zähigkeit für den Toursieg gebracht haben.

Allerdings will die Tour die Entwöhnten offenbar langsam an die Schlemmereien vergangener Tage heranführen. Ein komplettes Menü wie früher unter der Federführung von Siebengängeguru Lance Armstrong, Naschkatze Jan Ullrich oder Gewürzpapst Marco Pantani gibt es noch nicht – einige Großmeister dieses Sektors fehlen. Offen ist zum Beispiel, ob der italienische Drei-Sterne-Maestro Ivan Basso seinen Birillo-Auflauf zubereiten darf. Sein Arbeitgeber Liquigas muss erst mal die Sauerei nach der stümperhaften Darbietung von Bassos Kollegen Manuel Beltran beseitigen. Alexander Winokurow zog gar von sich aus zurück, nachdem seine gut durchgezogene Blutsuppe 2007 nicht besonders ankam.

Gut stehen dagegen die Chancen für Tom Boonen. Diesmal durfte der Belgier nicht mitrühren, weil er es bei der Zubereitung seiner Fünf-Minuten-Eintöpfe ein wenig mit dem weißen Pulver übertrieben hatte. Aber die Tour weiß, wie man solche Ausrutscher nehmen muss: Ein-, zweimal kurz geschluckt, dann geht’s weiter.

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