Sport : Die Feuerwehr aus Köln

Toni Päffgen packt bei Union an: neue Spieler und Lizenzantrag

Karsten Doneck

Berlin. Toni Päffgen benutzt gerne das Bild von der „Titanic Union“. Und auf dieser Titanic „brenne es im Ballsaal, im Maschinenraum und im Kommandostand, und zwar schon lange“. Ein Zustand, den Päffgen unerträglich findet. Deshalb hat sich der Kölner Spielervermittler entschlossen, sein Wissen und seine Kontakte beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union einzubringen. Bis zum 30. Juni 2004 wird er als sportlicher Berater für den Verein tätig sein – nicht als Manager, wie er betont. „Natürlich könnte ich Manager werden, aber dann müsste ich meine Lizenz als Spielerberater ruhen lassen. Das mache ich nicht.“ Seine Aufgabe bei Union ist klar umrissen: Er soll nach Rücksprache mit Trainer Mirko Votava zumindest zwei Verstärkungen kostengünstig nach Köpenick holen. 180 000 Euro hat Unions Aufsichtsrat für den Winterschlussverkauf auf dem Transfermarkt genehmigt.

Welche Profis in Frage kommen, darüber hat sich Päffgen gestern im Trainingslager auf Mallorca mit Votava unterhalten. Die Namen der Kandidaten behielten beide für sich. Dass es nicht einfach wird, Spieler nach Köpenick zu lotsen, weiß Päffgen. Zum einen endet die Transferperiode bereits am 31. Januar 2004 – und dann gibt es da noch einen Haken. „Die Statuten sehen vor, dass die neuen Spieler bei uns mindestens einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005 bekommen müssen. Und wer weiß denn schon, in welcher Liga Union in der nächsten Saison spielt?“, sagt Päffgen.

Bleibt noch die Erstellung des Lizenzantrags für die nächste Saison. Bernd Hofmann und Armin Friedrich hatten diese Arbeit in den vergangenen Jahren erledigt. Beide sind nicht mehr im Amt. Päffgen hat nicht gezögert, das dadurch entstandene Vakuum mit einem Mann aus dem eigenen Unternehmen, der Firma „People & Sports“, zu füllen. Der Wirtschaftsprüfer Peter Harris wird Union nun dabei helfen, bis zum 15. März einen entsprechenden Antrag auszuarbeiten.

Päffgen kommt keineswegs als Fremder zu Union. Er hat dem Klub einst Trainer Wassilew und ein paar Spieler vermittelt. Die Misere, in der Union jetzt steckt, lastet der Kölner in erster Linie dem früheren Präsidenten Heiner Bertram an. „Er ist verantwortlich für den Mist, in dem der Verein jetzt steckt“, sagt Päffgen.

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