• Die Fifa-Kommission und der Regierende Bürgermeister besichtigten den Fußballtempel

Sport : Die Fifa-Kommission und der Regierende Bürgermeister besichtigten den Fußballtempel

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Noch bröckelt der Beton, aber schon zwei Jahre vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wäre das Olympiastadion tipptopp hergerichtet. Das konnten gestern der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen wie Bausenator Jürgen Klemann (beide CDU) den sechs Inspekteuren der Fifa-Kommission versichern. Die Arena werde bis Ende 2004 nach den Regularien des Weltfußballverbandes komplett saniert sein. Einen Tag nach dem DFB-Pokalfinale im Mai 2000 würden die Arbeiten beginnen und bei laufendem Betrieb durchgeführt. "Wir werden in allen Punkten die Forderungen der Fifa erfüllen", betonte Klemann und verwies auf VIP- und Behinderten-Sitze, 950 unterirdische Parkplätze, 98 Logen, 76 088 Einzelsitze, neue Sanitär- und Pressetrakte sowie die Überdachung aller Plätze. Bei der Besichtigung am Morgen habe er "Komplimente der Kommission" vernommen.

Berlin sei begeistert über die deutsche Bewerbung um die Fußball-WM und "geradezu verrückt nach Fußball", sagte Diepgen bei einem Mittagessen im Hotel Adlon. Er weckte Erinnerungen an die WM 1974, als drei Spiele im Olympiastadion veranstaltet wurden. Berlin würde sich freuen, wenn der krönende Abschluss des Turniers im Jahr 2006 das Finale im Olympiastadion sein könnte. Beim Essen dabei: Hertha-Präsident Walter Müller und der Berliner Fußball-Präsident Otto Höhne. Die Entscheidung über den Investor für das Olympiastadion war Ende September um rund zwei Monate vertagt worden. Vorerst soll aus "verhandlungstaktischen Gründen" weiter mit allen drei verbliebenen Konsortien gesprochen werden. Im Rennen sind die Walter Bau AG, Hochtief und die DePfa Immobilien Management AG. Alle drei gehen von Baukosten um die 500 Millionen Mark aus, wobei die Pläne des Architektenbüros Gerkan, Marg und Partner Grundlage sind.

Über die Finanzierung herrscht weiter Unklarheit. Klemann und Sportsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) betonen seit einigen Tagen, das Projekt auch ohne privates Finanzengagement stemmen zu können. "Die Stadt hat schlichtweg die Garantie übernommen", so Stahmer. Sollte ein Investor sich nicht sonderlich engagieren, müssten die fehlenden Millionen aus der Landeskasse bezahlt werden. 50 Millionen Mark aus dem Haushalt herauszuschneiden, dürfte laut Klemann kein Problem sein.

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