• „Die Flugkurve ist eine ganz andere“ Trainer Schödler über das Gewicht von Skispringern

Sport : „Die Flugkurve ist eine ganz andere“ Trainer Schödler über das Gewicht von Skispringern

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Herr Schödler, der österreichische Skispringer Gregor Schlierenzauer soll bei einer Größe von 1,77 Meter nur etwa 57 Kilogramm wiegen. Muss man im Skispringen wieder hungern, um weit zu fliegen?

Vor drei Jahren wurde im Skispringen die Body-Mass-Regel eingeführt: Wer wie Schlierenzauer zu wenig wiegt, muss mit verkürzten Ski springen. Doch der Österreicher fliegt trotz dieses Handicaps sehr weit.

Muss die Regel verschärft werden?

Vielleicht sollte man das machen. Aber die Regel wirkt ja auch: Simon Ammann zum Beispiel wiegt jetzt zehn Kilogramm mehr als bei seinem Olympiasieg. Und er springt ebenfalls vorne mit.

Gibt es im Weltcup mehrere Springer wie Schlierenzauer, die mit verkürzten Ski springen müssen?

Der Internationale Skiverband hat dafür eine Liste erstellt, aber die hält er unter Verschluss.

Der Trend geht wieder zu leichteren Springern. Eine Zeitung hat eine Liste veröffentlicht, nach der einige Skispringer trotz der Body-Mass-Regel untergewichtig sind...

…aber die Liste stimmt nicht, Andreas Küttel hat andere Werte.

Wie viel wiegt er denn?

Das sage ich nicht.

Warum nicht?

Weil ich nicht zu dieser Diskussion beitragen möchte. Das bringt unseren Sport nicht weiter. Wer leicht ist, fliegt weiter, das ist nun mal eine ganz einfache Rechnung. Wir hatten mal einen Biomechaniker im Team, der uns das erklärt hat. Die Flugkurve ist eine ganz andere, und das wissen die Springer natürlich auch. Das ist unser Sport.

Die Fragen stellte Benedikt Voigt.

Berni Schödler , 35,

trainiert die Schweizer Skispringer schon seit zehn Jahren. Wegen einer Verletzung hatte der Mann aus St. Moritz im Engadin seine aktive Karriere 1993

beenden müssen.

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