Sport : Die Frauen mit dem Faustball Erik Eggers skizziert die Geschichte des Handballs

Hartmut Moheit

Mit langärmeligen, weiten Blusen, Pumphosen und langen Strümpfen bekleidet und mit einem Faustball-ähnlichen Ball bewaffnet, stellten sich die Damen zum Wettspiel bereit. Das war 1915, zwei Jahre später tauchte für das, was vor allem Winterbeschäftigung für Frauen war, erstmals in Deutschland der Begriff Handball auf. Ein gewisser Max Heiser soll den Namen vorgeschlagen haben. Dafür, dass die Quellenlage über Handball lausig war, wie Herausgeber Erik Eggers schreibt, finden sich in dem Buch über die Historie dieser Sportart viele interessante Fakten. Es ist ein 384 Seiten umfassendes Werk geworden, das diesen Sport in allen denkbaren Details zeigt: die bislang kaum bekannten Anfänge als Raff- und Torball. Die willfährige Vereinnahmung durch die Nazis. Die Schwierigkeiten in der Umbruchphase vom Feld- zum Hallenhandball. Die spektakulären deutsch-deutschen Duelle. Für weniger Geschichtsinteressierte wird das Buch nach den ersten hundert Seiten interessant. Was dann kommt, ist für den Handballfan aus den Neuen Bundesländern aber etwas „westlastig“. Es gibt gute Porträts und interessante andere Geschichten, aber der einstige DDR-Handball kommt zu kurz.

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