Sport : „Die Fußball-WM wird grün“

Winfried Hermann über umweltfreundlichen Sport

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WINFRIED HERMANN ist sport und umweltpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen und neuer Vorsitzender des Kuratoriums Sport und Natur.

Foto: R/D

Herr Hermann, Sie sind jetzt Vorsitzender des Kuratoriums Sport und Natur. Wie groß ist der Gegensatz zwischen Sport und Umwelt?

Sport in der Natur ist nicht von vornherein umweltfreundlich oder umweltschädlich. Es kommt darauf an, wo und wie man Sport treibt. Wichtig ist der Respekt vor der Natur. Wer nie die Schönheit der Natur erfahren, erwandert oder erpaddelt hat, kann sie auch nicht schätzen. Man muss einfach bestimmte Regeln beachten.

Welche sind die wichtigsten?

Zum Beispiel sollte man sich über Tier- und Pflanzenwelt informieren, bevor man in der Natur Sport treibt. Sich naturschonend zu bewegen, leise zu sein und die Distanz zu wahren, hilft ebenfalls der Natur.

Große Sportverbände haben inzwischen eigene Umweltbeauftragte. Heiner Geißler, Ihr Vorgänger, hat daher gesagt, das größte Problem seien die nicht-organisierten Sportler. Wie wollen Sie die erreichen?

Wir wollen verstärkt mit Experten zusammenarbeiten, die Tourismuskonzepte erstellen. Dadurch können über Anbieter Empfehlungen für einen umweltfreundlichen Sport verbreitet werden. Beim Kauf von Sportkleidung könnte es zusätzlich einen Merkzettel mit den wichtigsten Regeln für naturverträglichen Sport geben.

Das nächste Großereignis wird gerade vorbereitet, die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Werden wir eine grüne WM erleben?

Ja, alles spricht dafür. Es gibt eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Organisationskomitee und Umweltminister Trittin. Mit dem Umweltkonzept „Green Goal“ können wir erreichen, dass die WM keine zusätzliche Belastung für das Klima wird. Dazu müssen die entwickelten Verkehrs- und Energiekonzepte umgesetzt werden. Bei der Müllvermeidung gibt es noch Probleme, weil durch Sponsorenverpflichtungen einige Verpackungen vorgegeben sind. Das Umweltkonzept für Olympia 2012 in Leipzig ist sogar noch konsequenter als „Green Goal“.

Warum?

Mit kompakten Spielen setzt man ein Zeichen gegen olympischen Gigantismus. Die Spiele könnten in einem engen Stadtradius stattfinden. Es sollen keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden. Das Gesamtkonzept orientiert sich am Leitbild der Nachhaltigkeit. Bei der Vergabeentscheidung des IOC wird das ein Pluspunkt für Leipzig sein.

Die Fragen stellte Friedhard Teuffel.

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