Sport : Die Genießer

Alba Berlin berauscht sich an seiner Siegesserie

Benedikt Voigt

Berlin - Erst nach der Schlusssirene gab Spielmacher Hollis Price das Kommando ab. Der Basketballprofi von Alba Berlin wollte nach einer überragenden Leistung auf dem Parkett seinen 26. Geburtstag begehen, doch er konnte nicht sagen, wo diese Feier stattfinden würde. „Ich folge einfach den anderen“, sagte der US-Amerikaner, der in dieser Saison neu in Berlin ist. Per SMS ließ er sich schließlich den Ort der eigenen Party übermitteln.

Es wird in diesen Tagen viel gefeiert beim Berliner Basketball-Bundesligisten. Der Erfolg über Rhein Energie Köln (103:81) am Samstagabend war für Alba Berlin bereits der sechste Sieg im sechsten Spiel und der vierte Erfolg in Folge mit mindestens 22 Punkten Unterschied. Erneut überrannte Alba seinen Gegner in der zweiten Halbzeit. „Die Mannschaft hat sich in einen Rausch gespielt“, sagte Albas Vizepräsident Marco Baldi. Doch die Vergangenheit habe gelehrt, dass es in einer Spielzeit immer wieder schwierige Augenblicke gibt. „Momentan genießen wir den Augenblick.“

In der vergangenen Spielzeit sind die Berliner ebenfalls gut gestartet, dann aber warf eine Viruserkrankung das Team aus der Bahn. Trainer Henrik Rödl sagte: „Wir haben an der Verletzung von Sascha Leutloff gesehen, dass es Dinge gibt, die man nicht kontrollieren kann.“ Der Flügelspieler hatte sich in der vergangenen Woche einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen. „Vielleicht haben wir in dieser Saison endlich einmal Glück und werden von weiteren Verletzungen verschont“, hofft Baldi.

Er weiß um die Klasse seiner neuen Mannschaft, die in der Offensive zahlreiche Möglichkeiten besitzt. Am Samstag trafen Price (28 Punkte), Kapitän Matej Mamic (20 Punkte) und Jovo Stanojevic (19 Punkte) am besten, die Hilfe des Distanzwerfers Mike Penberthy (5 Punkte) war diesmal nicht nötig. Doch Baldi weist darauf hin, dass der Spielplan es bisher gut mit den Berlinern meinte. So fanden vier von sechs Spielen in der Max-Schmeling-Halle vor jeweils rund 7000 Zuschauern statt. Baldi versteht, dass sich die Kölner in ihr Schicksal ergaben. „Es ist schwer, in dieser Atmosphäre einen kühlen Kopf zu bewahren.“

Die nächsten Auswärtsspiele in der Bundesliga dürften zeigen, wie gefestigt das Berliner Team bereits ist. Und auch im Uleb-Cup warten ab dem 8. November schwierige Aufgaben. Hollis Price glaubt, dass die Berliner noch lange nicht ihr Leistungslimit erreicht haben. „Wir verbessern uns in jedem Training und in jedem Spiel“, sagt der Aufbauspieler.

Marco Baldi tut sich noch schwer, den wahren Leistungsstand seiner Mannschaft einzuschätzen. „Das wird sich erst zeigen, wenn es den ersten Rückschlag gibt“, sagt der Vizepräsident. „Aber wir legen momentan das Fundament für eine erfolgreiche Saison“. Es wirkt bislang als überaus tragfähig.

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