Sport : Die German Open bleiben in Berlin

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Berlin - Seit 1928 kommt Richard von Weizsäcker regelmäßig zum Tennisturnier am Hundekehlesee. „Damals fuhren die S-Bahnen lauter hier vorbei“, erinnert sich der Alt-Bundespräsident. Richard von Weizsäcker, heute 86 Jahre alt, ist ein Liebhaber des Tennissports, Steffi Graf war seine Lieblingsspielerin, aktuell schwärmt er für die Belgierin Justine Henin-Hardenne. „Die einhändige Rückhand, auf die müssen Sie mal achten“, sagt er. Natürlich macht er sich auch Gedanken um die Zukunft der Katar German Open. „Das Turnier würde mir fehlen.“

Mit Freude dürfte von Weizsäcker vernommen haben, was Scheich Mohamed Bin Faleh Al-Thani am Samstag meldete. „Wir planen nicht, Berlin zu verlassen, und wollen hier für die nächsten zehn Jahre sein“, sagt der Präsident des Tennisverbandes von Katar. Für 2007 steht die Ausrichtung der Katar German Open in Berlin offenbar fest. „Wir haben schon einen Hauptsponsor“, sagt Scheich Mohamed lachend und zeigt auf den Mann, der neben ihm sitzt. Scheich Abdullah bin Mohammed bin Saud Al-Thani stammt aus dem gleichen Königshaus wie Scheich Mohamed, er ist ein entfernter Verwandter. Dessen Firma Katar Telecom ist in diesem Jahr Hauptsponsor der German Open – obwohl sie keine Dienstleistung in Deutschland anbietet. „Wir unterstützen den Tennisverband von Katar“, sagt Scheich Abdullah, „wir expandieren in Katar und außerhalb.“ Das genügt ihm als Erklärung.

In diesem Jahr hat der katarische Verband das Turnier autark veranstaltet. „Wir haben ein Zuschauerplus von 15 Prozent“, sagt Scheich Mohamed. Experten bezweifeln das. Auch hatte sich der Scheich über fehlende Sponsoren aus Deutschland beklagt. „Es könnten mehr Zuschauer kommen“, sagt Hans-Jürgen Jobski, Präsident des Ausrichterklubs LTTC Rot-Weiß. Er bietet das Know-how seines Vereins für die Suche nach Sponsoren an. „Das Turnier wird 2007 stattfinden“, sagt Jobski, „aber wir wollen eine stabile Plattform für die nächsten sieben bis zehn Jahre.“ Gestern stellte Rot-Weiß dem Scheich Mohamed ein neues Konzept vor. Nach Irritationen im vergangenen Jahr nähern sich beide Seiten einander an. Die Chancen stehen gut, dass Richard von Weizsäcker auch in den nächsten Jahren zum Tennis am Hundekehlesee fahren kann. ben

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