Sport : Die Geschichte dieses Winters

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Für die einen sind es schlechte Nachrichten aus dem deutschen Winterlager: dass es noch nicht konstant rund läuft bei der Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch; dass die Biathleten weiter nach einem Dauersieger suchen, wie es Magdalena Neuner war; dass die einzige Hoffnungsträgerin bei den Eisschnellläufern 41 Jahre alt ist und Claudia Pechstein heißt. Für Eric Frenzel aber sind das auch gute Nachrichten.

Mangels Konkurrenz kristallisiert sich der Nordische Kombinierer als der Goldfavorit Nummer eins im deutschen Wintersportteam für die Olympischen Winterspiele in Sotschi heraus. Diesen Status hat er mit drei Siegen in vier Weltcuprennen eindrucksvoll errungen. Auch am Sonntag in Ramsau konnte er wieder langsam ausgleitend mit breiten Armen die Ziellinie überqueren – so viel Vorsprung besaß er beim abschließenden Langlauf vor der Konkurrenz aus Norwegen.

Mit 25 Jahren ist Eric Frenzel auf dem Höhepunkt seines Könnens angekommen. Er hat früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Mit 18 Jahren wurde er Vater eines Sohnes, seine Freundin war damals 15 Jahre alt. Heute, so sagt er, zieht er seine sportliche Stärke auch aus dem Rückhalt seiner Familie. Es könnte die Geschichte werden, die in diesem Winter noch sehr oft erzählt werden wird. Die Geschichte dieses Winters.

Zwar tritt Eric Frenzel in einer Sportart an, die nur selten in den Mittelpunkt der medialen Wahrnehmung rückt. Bei Olympischen Spielen aber, das zeigt die Erfahrung des Rodlers Georg Hackl, ist das ganz anders. Dort findet alle vier Jahre ein Tauschgeschäft statt: Die einen liefern, egal in welcher Sportart, Gold, Gold und vielleicht nochmals Gold und erhalten dafür Popularität und Ruhm. Eric Frenzel weiß das.

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