Sport : Die glorreichen Acht

Köpenicks Volleyballerinnen siegen überraschend

Karsten Doneck

Berlin - Erst am Donnerstag war Lorena Zuleta in Berlin eingetroffen. Viel Zeit, sich sportlich zu akklimatisieren, blieb der Volleyballerin aus Kolumbien nicht. Nach nur einer Trainingseinheit reiste sie bereits mit ihrer neuen Mannschaft, dem Frauen-Bundesligisten Köpenicker SC, zum ersten Saisonspiel bei Bayer Leverkusen. Zuleta durfte erstmal eine Weile zuschauen, wurde dann im dritten Satz eingewechselt und trug fortan als Mittelblockerin mit dazu bei, dass den Köpenickerinnen in Leverkusen mit ihrem 3:2 (18:25, 25:23, 19:25, 25:22, 16:14)-Sieg gleich eine faustdicke Überraschung gelang. KSC-Trainer Matthias Münz betrachtete den Erfolg dennoch eher gelassen. „Wenn wir zehn Mal gegen Leverkusen spielen, verlieren wir garantiert neun Mal. Jetzt war eben dieses eine Mal, wo es anders lief“, sagte er und merkte zur Bekräftigung noch an: „Wir haben Glück gehabt.“

Nun, das mag auch Teil einer Strategie sein, durch die der Trainer seine durchweg jungen Spielerinnen vor Übermut schützen will. In Wahrheit ist das Ergebnis aufgrund der äußeren Umstände erstaunlich: Der Köpenicker SC konnte gerade mal acht Spielerinnen auf die Reise nach Leverkusen schicken – inklusive der noch nicht richtig integrierten Zuleta. Mehr Personal steht Münz derzeit nicht zur Verfügung. Die beiden als Verstärkungen avisierten Brasilianerinnen Sabrina Soares und Karina Ferreira sind immer noch nicht in Berlin angekommen, Diagonalangreiferin Michaela Sabrowske fällt wegen einer Schulterverletzung noch eine Weile aus. In der Saisonvorbereitung musste viel improvisiert werden.

Es waren dann in einem unterhaltsamen, spannenden Spiel letztlich Kleinigkeiten, die den Köpenickerinnen zum Vorteil gereichten. Sandra Sydlik, die erst 18-jährige Zuspielerin, gab variantenreich den Takt vor. Leverkusen dagegen, in der vorigen Saison immerhin Bundesliga-Sechster, fand selten einen Rhythmus. „Immer wenn wir mal einen Fehler des Gegners brauchten, hat er diesen Fehler auch gemacht“, sagte Münz. Seine Mannschaft wird die Begeisterung vom Leverkusen-Spiel nun mitnehmen in das erste Heimspiel am Freitag gegen den VC Wiesbaden. Und dann vielleicht auch personell mehr Alternativen haben. „Ich hoffe, die beiden Brasilianerinnen kommen in dieser Woche“, sagt Münz. Aber notfalls geht’s ja auch ohne – wie die Köpenickerinnen mit ihrem Auftritt in Leverkusen eindrucksvoll bewiesen haben.

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