Sport : Die glorreichen Sieben

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Juan Manuel Fangio

Als es in der Formel 1 noch Staubbrillen und Lederkappen gab, bestimmte ein Mann ihre noch junge Geschichte. Juan Manuel Fangio, selbst schon über 40 Jahre, gewann zwischen 1951 und 1957 fünfmal die Weltmeisterschaft. Von insgesamt nur 51 Rennen gewann der Argentinier 24, also fast jedes zweite. Bis heute hat kein anderer Fahrer diese Effizienz erreicht. Seine Fahrweise war nicht spektakulär, Fangio war halt einfach immer als Erster im Ziel.

Legendär waren vor allem seine Duelle mit Stirling Moss, der zu den besten Fahrern aller Zeiten gehört, aber nie einen Titel gewann. Gleich dreimal wurde der Brite nur Zweiter hinter Fangio. Nach Fangios Rücktritt 1958 dauerte es lange, bis jemand seine Rolle einnahm. Offiziell war es der Australier Jack Brabham, der ab 1959 dreimal Weltmeister wurde. Es war jedoch Jim Clark, der später als bester Fahrer der Ära nach Fangio bezeichnet wurde.

Jim Clark

Der schüchterne, fast scheue Schotte war der Erste, der Fangios 24 Siege übertraf. Dass er nur zweimal Weltmeister wurde, lag eher an den vielen technischen Defekten, die seinen Wagen ereilten, als an mangelndem Fahrkönnen. Tatsächlich sprechen seine 33 Polepositions für eine geniale Fahrzeugbeherrschung – Rekordhalter Ayrton Senna benötigte für seine 65 besten Trainingsrunden fast einhundert Rennen mehr. Clarks Fahrweise war geprägt von reinem Talent, nicht von taktischen Spielereien. Er war ein Virtuose am Lenkrad und hätte noch mehr Titel holen können.

Doch nur vier Monate, nachdem er mit seinem 25. Sieg Juan Manuel Fangios Bestmarke übertroffen hatte, starb Jim Clark bei einem Unfall auf dem Hockenheimring. Die ganze Formel 1 war tief betroffen, weil ihr Bester nicht mehr da war. Ein anderer Schotte nahm schon im Jahr darauf seinen Platz ein.

Jackie Stewart

Jackie Stewart war der erste Vertreter der modernen Fahrergeneration. Neben Geschwindigkeit und Abenteuer interessierte er sich vor allem für die Verbesserung der Sicherheit auf den Rennstrecken. Trotzdem scheute er kein Risiko. Schon gar nicht auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings, deren Bezeichnung als „Grüne Hölle“ er prägte, und wo er dreimal gewann. Stewart holte drei Weltmeisterschaften und 27 Siege. Keiner weiß, wie viele noch dazu gekommen wären, wenn Stewart nach seinem dritten Titelgewinn 1973 nicht plötzlich die Lust am Autofahren verloren hätte.

Niki Lauda

Niemand ahnte zu dieser Zeit, dass Niki Lauda ihn beerben würde. Dem Österreicher wurde seit seinem Debüt 1971 fehlendes fahrerisches Talent nachgesagt. Je mehr Erfahrung er aber sammelte, desto mehr konnte er dieses Manko mit seiner analytischen Fahrweise wettmachen. Lauda gewann auf diese Weise 25 Rennen, drei WM-Titel und prägte mit seinem berechnenden Fahrstil die folgende Generation von Piloten. Allen voran Alain Prost, dem Lauda 1984 mit einem halben Punkt Vorsprung, dem knappsten aller Zeiten, die WM wegschnappte. „Keine Angst, deine Zeit kommt noch“, sagte der Österreicher zu seinem damaligen Teamkollegen. Er sollte Recht behalten.

Alain Prost

Insgesamt vier Titel holte der Franzose. Alain Prost wirkte wie die perfektionierte Ausgabe seines einstigen Lehrmeisters Lauda. Kritischen Situationen auf der Strecke ging er stets aus dem Weg, um seine Erfolgschancen nicht zu schmälern. Professor nannten sie ihn wegen seiner fast klinischen Fahrweise. Auch abseits der Piste bewegte er sich mit viel Kalkül, spielte immer wieder alle möglichen Leute gegeneinander aus, um sich das beste Auto zu sichern. So stellte er mit 51 Siegen einen neuen Rekord auf und beherrschte die Formel 1 der späten Achtzigerjahre. Bis Ayrton Senna auftauchte.

Ayrton Senna

Der introvertierte Brasilianer revolutionierte die Formel 1. Jede Minute verwendete er darauf, seine manische Suche nach der Perfektion voranzutreiben. Vor allem im Qualifikationstraining erreichte er eine nicht gekannte Ebene. 65 Polepositions fuhr er heraus, das wird wohl auch Michael Schumacher nicht erreichen. Dreimal wurde Senna Weltmeister. 1994, als er im besten Auto seinen vierten Titel holen sollte, verunglückte er in Imola tödlich. Michael Schumacher gewann das Rennen, wie auch später im Jahr seinen ersten Weltmeistertitel.

Michael Schumacher

Der Deutsche ist die perfekte Symbiose aller großen Fahrer vor ihm. Schumacher vereinigt Fangios Effizienz, Clarks Talent, Stewarts Sicherheitsdenken, die Analytik von Lauda und Prost sowie Sennas Intuition und Streben nach Perfektion. Folgerichtig übertraf er sie alle. 61 Siege und 5 Weltmeister-Titel sind nur zwei Rekorde von vielen. Und Michael Schumacher hat noch sehr viel vor. chh Fotos: Shell/Forix/Honda

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