Sport : Die Halle ist schon erstligareif

Was den Handballern der Füchse zum Aufstieg fehlt

Felix Gaber/Sophie Genschow

Berlin - Das Ambiente war bereits erstligareif. Im Konferenzsaal „Tiergarten“ des Hotel Intercontinental präsentierte der Handball-Zweitligist Füchse Berlin, der sich in der vergangenen Saison noch Reinickendorfer Füchse nannte, sein neues Vereinslogo. Von dem roten Fuchs auf dem alten Wappen ist nichts mehr zu sehen. Vielmehr steht der Name „Füchse“ jetzt auf dem Logo in großen roten Buchstaben ausgeschrieben.

Neues Ambiente, neuer Name, neue Verantwortliche – all diese Veränderungen sollen dazu führen, dass die Füchse Berlin in zwei Jahren dort hinkommen, wo sie in den Achtzigerjahren schon waren: in die Erste Liga. Dies sei das große Ziel, sagt Bob Hanning, der ehemalige Trainer des Erstligisten HSV Hamburg, der jetzt bei den Füchsen als Geschäftsführer tätig ist. Auch gibt es einen neuen Präsidenten: Frank Steffel, 2003 Spitzenkandidat der CDU bei der Berliner Wahl zum Regierenden Bürgermeister und Direktkandidat in Reinickendorf bei der nächsten Bundestagswahl. Beide sollen den Verein an die Spitze bringen.

Vor wenigen Wochen hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) den Füchsen die Lizenz für die Zweite Liga erteilt. Nun richtet sich der Blick der neuen Führungsriege nach vorne. In der Deutschen Kreditbank hat man erst kürzlich einen neuen Hauptsponsor gefunden, der eine sechsstellige Summe investiert, aber nicht das Sponsoring auf den Trikots übernimmt. „Dafür suchen wir noch jemanden“, sagt Frank Steffel. Der Präsident selbst wolle sich, sagt Geschäftsführer Hanning, in Zukunft ebenfalls als Sponsor engagieren. In welchem Rahmen, sei allerdings noch nicht klar.

Der Etat ist damit jedoch noch nicht gedeckt. Ein Spitzenteam der Zweiten Liga benötige über die gesamte Saison etwa 1,5 Millionen Euro, sagt Hanning. Derzeit gebe es aber nur Sponsorenzusagen im hohen sechsstelligen Bereich. Man stehe aber in Kontakt mit weiteren Geldgebern. Dass das Projekt gut läuft, daran haben Steffel und Hanning ein persönliches Interesse. Gemeinsam mit dem Wetzlarer Unternehmer Ulrich Theis sind sie Hauptgesellschafter der ausgegliederten Handballabteilung der Füchse. „Damit soll die wirtschaftliche Belastung vom Hauptverein genommen werden“, sagt Hanning.

Erstligareif ist bereits die neue Spielstätte. „Ab der neuen Saison wird in der Max-Schmeling-Halle gespielt, die 8000 Zuschauer fasst“, sagt Frank Steffel. Dass der Klub diese füllen kann, ist unwahrscheinlich. Bei Bedarf soll die Hallenkapazität mit Hilfe von Vorhängen vor den oberen Rängen verringert werden. Im Vorjahr erreichten die Füchse einen Schnitt von 650 Zuschauern, in dieser Saison rechnen sie mit 1500 Zuschauern. Die erhöhte Aufmerksamkeit soll durch eine große Werbekampagne im Oktober erreicht werden.

Probleme warten noch beim Kader. Nach fünf Abgängen standen zwischenzeitlich nur neun Spieler zur Verfügung. Die Lücke wurde größtenteils mit jungen Spielern aus den eigenen Reihen aufgefüllt. Doch mit dem 60-fachen Nationalspieler Christian Rose konnte auch ein erfahrener Akteur geholt werden. Der 28-jährige Vizeweltmeister kommt vom Europapokalsieger TuSEM Essen und soll im rechten Rückraum spielen. Ein bis zwei erfahrene Spieler sollen aber noch folgen, sagt Hanning. „Aufgrund der wirtschaftlichen Situation ist dies aber derzeit nicht möglich.“ Bis Anfang August soll auch ein neuer Trainer gefunden sein. Derzeit betreut Hanning das Team, er will das aber nicht dauerhaft tun. „Abends denke ich noch daran, es selbst zu tun, weil es Spaß macht“, sagt er, „morgens ist es dann nicht mehr so.“

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