Sport : Die Hamburger preschen vor

Markus Hesselmann

Wer den schnellsten Start hat, der ist oft auch am Ziel vorn. Das gilt in vielen sportlichen Wettkämpfen. In politischen (und sportpolitischen) Auseinandersetzungen ist das meist anders. Wer sich zuerst zu einer Kandidatur bekennt, ist in vielen Fällen schnell verbrannt. Am Ende setzt sich dann ein anderer durch. Hamburg hat gestern einen schnellen Start hingelegt. Kaum ist die olympische Wintersaison vorbei, bringt sich die Hansestadt mit Vehemenz als deutscher Bewerber um Sommerspiele ins Gespräch. Auch aus Berlin kamen zuletzt immer wieder einmal Signale, dass man sich eine erneute Bewerbung vorstellen könne. Doch die klangen zurückhaltender, abwartender – und sind am Ende wohl taktisch geschickter.

Hamburg hatte für die Spiele 2012 eine starke Bewerbung, wahrscheinlich die beste in Deutschland. Doch die Hanseaten haben sich schon damals mehr oder weniger selbst aus dem Rennen geworfen, weil man während der deutschen Vorentscheidung allzu forsch auftrat und sich einen öffentlichen Streit mit Düsseldorf lieferte. Heraus kam dann die gut gemeinte, aber aussichtslose Leipziger Bewerbung. Das Internationale Olympische Komitee verfolgt in jüngster Zeit die Strategie, dass die Spiele nur noch an echte Metropolen mit Weltruf vergeben werden. Eine Bewerbung aus Deutschland macht also nur Sinn, wenn der stärkste, und das heißt größte, Kandidat ins Rennen geht. Bei Winterspielen wäre dies München, bei Sommerspielen wäre dies nicht Hamburg, sondern Berlin.

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