Sport : Die Heilung des Doktors

Motorrad-Star Rossi startet auf dem Sachsenring

Hohenstein-Ernstthal - Er ist wohl der einzige Star aus der Motorradsport- Szene, der nicht nur Insidern in Deutschland ein Begriff ist. Er ist „Phänomen“ und „Doktor“, zumindest lauten so zwei seiner zahlreichen Kosenamen. Die Fans lieben ihn, denn trotz aller Erfolge bleibt er unverkrampft und verliert nie seinen ausgeprägten Sinn für Humor. Jetzt ist Valentino Rossi drauf und dran, seiner ohnehin schon spektakulären Karriere ein weiteres Kapitel hinzuzufügen: Die wunderbare Highspeed-Heilung. Am 5. Juni war der neunmalige Motorrad-Weltmeister beim Training zu seinem Heim-Grand- Prix in Mugello wegen einer Unachtsamkeit gestürzt und hatte sich das rechte Schienbein gebrochen.

Rossis Unfall beschwor sogar eine gewisse Zukunftsangst in der MotoGP-Gemeinschaft herauf. Selbst der Spanier Jorge Lorenzo, Rossis Kollege im Fiat-Yamaha-Werksteam und damit auch sein stärkster Konkurrent um die WM-Krone, hielt vor dem Start des Rennens in Mugello eine freundliche Botschaft in die Fernsehkameras. Nach dem Sturz ihres Helden fragten sich viele Fans, ob sich der 31-jährige Italiener nach seiner ersten gravierenden Verletzung im Motorradsport nicht endgültig dem als sicherer eingeschätzten Automobilsport zuwenden könnte. Denn Rallye-Wettbewerbe mag er, Formel-1-Testfahrten hat er mehrfach mit beachtlichen Resultaten absolviert. Und Ferrari-Chef Luca di Montezemolo wird nicht müde, um die italienische Ikone zu werben.

Doch Rossi kommt auf zwei Rädern zurück. Und zwar nicht, wie von den Ärzten prognostiziert, nach fünf bis sechs Monaten Rennpause, sondern beim Deutschland- Grand-Prix am Wochenende auf dem Sachsenring – gerade einmal sechs Wochen nach dem Unfall. „Der Test in Brünn lief sehr gut“, erklärte Rossi, der sich abseits des Motorrads noch immer auf Krücken fortbewegt. „Die Rennen hier und in einer Woche in Laguna Seca brauche ich dringend, wenn ich nach der Sommerpause wieder völlig fit sein und um Siege fahren will.“ Der Titel dürfte zwar in diesem Jahr an Lorenzo gehen, doch nicht wenige trauen Valentino Rossi schon am Sonntag einen Podestplatz zu. So oder so, seine Geschichte wird am Sachsenring fortgeschrieben. dpa

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