Sport : Die Heimkehr des America’s Cup

Das nächste Rennen startet in San Francisco

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Das Goldene Tor zur Bucht von San Francisco in Kalifornien. Die Bucht gilt Seglern als verlässliches Revier. Foto: AFP
Das Goldene Tor zur Bucht von San Francisco in Kalifornien. Die Bucht gilt Seglern als verlässliches Revier. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Der Pokal trägt seinen Namen nicht umsonst, finden Amerikaner. Zwar wurde der America’s Cup, die älteste Sporttrophäe der Welt, vor 159 Jahren nicht nach der schönen neuen Welt benannt, sondern nur nach dem gleichnamigen Schoner, der sie erstmals gewann, aber auch der trug seinen Namen nicht umsonst. Seither betrachten sich die USA als Heimat der „Silberkanne“, und dass sie von 1995 an nicht mehr in einem amerikanischen Clubhaus gestanden hatte, kam einer nationalen Kränkung gleich. Nun tut sie es wieder. Im Golden Gate Yacht Club. Mit erlesener Hartnäckigkeit und großem Budget arbeitete Software-Tycoon Larry Ellison an dieser Rückholaktion. Und es überrascht wenig, dass sein BMW-Oracle-Team nun auch San Francisco zum Austragungsort des nächsten Cups im Herbst 2013 bestimmt hat.

Die Bekanntgabe erfolgte kurz vor Ablauf der Frist, die sich BMW Oracle selbst gesetzt hatte, als man nach dem Sieg in Valencia versprach, noch 2010 alle wichtigen Punkte für den 34. America’s Cup (AC) geklärt zu haben. Nun, drei Monate vor Ablauf der Meldefrist, wissen potentielle Herausforderer, für welches Revier sie Geldgeber auftun müssen, um mit einem der avisierten 72-Fuß großen Katamarane an den Start zu gehen. In den beiden vorausgehenden Jahren wird in einer Art Weltcup auf kleineren 52-Fuß-Versionen des AC-Typs schon mal geübt. Vor San Francisco kommt es dann zum Showdown der Besten. Die Gewässer gelten als ideal. Eine gleichbleibend frische Seebrise sorgt in der Bucht für verlässliche Bedingungen; die Wettkämpfe sind von der Stadt aus zu verfolgen; und etwas anderes als Amerika war, trotz der Beteuerungen Ellisons, mit Valencia erneut eine europäische Lösung ins Auge zu fassen, ohnehin illusorisch.

Trotzdem gibt der Cup derzeit ein trübes Bild ab. BMW Oracle scheint die futuristische Spiellaune möglicher Kontrahenten mit seiner Ankündigung eines Mehrrumpf-Cups überschätzt zu haben. Bislang wollen sich nur vier weitere Teams auf das Speedsailing-Abenteuer einlassen. Und nur das schwedische hat das nötige Geld dafür. Selbst das italienische Mascalzone-Latino-Team, das als erster Herausforderer antrat, kämpft offenbar ums Überleben. Kai Müller

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