Sport : Die Heimsieger

Alba Berlin deklassiert Bayer Leverkusen mit 112:82

Benedikt Voigt

Berlin. Zu Hause ist es doch am schönsten. Was die Basketballer von Alba Berlin betrifft, stimmt das auf jeden Fall. Sechs Niederlagen mussten die Berliner in dieser Bundesliga- Saison hinnehmen, allesamt in der Fremde. Wenn die Berliner jedoch auf das Parkett der Max-Schmeling-Halle laufen, haben die Gegner wenig zu bestellen. Das mussten gestern auch die Basketballer von Bayer Leverkusen feststellen, die ihr Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister noch gewonnen hatten. Im Rückspiel drehten die Berliner richtig auf, erzielten in der ersten Halbzeit rekordverdächtige 68 Punkte und führten die Leverkusener beim 112:82 (68:44) in der zweiten Halbzeit zeitweise sogar vor. Die Alba-Fans sangen begeistert: „Und so spielt man Basketball.“

Erneut hatte Trainer Emir Mutapcic keine Personalprobleme. Was das bedeutet, erlebten die 6105 Zuschauer schon im ersten Viertel. Neun Spieler setzte der Coach innerhalb von zehn Spielminuten ein, darunter den Routinier Henrik Rödl, der von den Zuschauern mit lautstarkem Applaus empfangen wurde. Allerdings hatte das viele Wechseln die Berliner, die mit 8:0 und einer intensiven Verteidigung gestartet waren, ein bisschen aus dem Rhythmus gebracht. Mit 29:22 gewann Alba zwar noch den ersten Spielabschnitt, doch dann punkteten die Gäste. Dennis Wucherer gelang die erste Führung für Leverkusen zum 30:29 (11. Minute). Bis Mitte des zweiten Viertels verlief das Spiel noch ausgeglichen (36:36), doch dann gelang Alba eine spektakuläre 22:8-Serie. John Best traf zwei Dreipunktewürfe und Jovo Stanojevic, der auf 29 Punkte kam, brachte die Fans mit einem Dunking zum Jubeln. Nach einem frechen Ballgewinn setzte auch DeJuan Collins zu einer solchen Flugeinlage an. So kam es, dass Alba bereits nach zwanzig Spielminuten 68 Punkte auf dem Konto hatte. Fünf Spieler hatten bis dahin bereits zweistellig gepunktet. Das Spiel war zur Halbzeit entschieden, danach folgte die Kür.

Doch Alba ließ überhaupt nicht nach. Die Berliner spielten sich in der Offensive in einen Punkterausch. Ein Dreipunktewurf nach dem anderen segelte in der zweiten Halbzeit in den Korb der bedauernswerten Leverkusener. Zeitweise führte Alba mit 41 Punkten. Spannend entwickelte sich nur die Frage, ob Alba bereits im dritten Viertel die 100- Punkte-Marke knacken würde. Normalerweise passiert das erst gegen Spielschluss. Doch Stefano Garris gelang auch das, mit zwei verwandelten Freiwürfen.

100:59 stand es nach dem dritten Viertel, und es waren immer noch zehn Minuten zu spielen. Trainer Emir Mutapcic nutzte den unerwarteten Vorsprung, um auch noch den Spielern zehn und elf, Chuck Evans und Teoman Öztürk, Spielpraxis zu verschaffen. Erst jetzt ließen es die Berliner ruhiger angehen. Es setzte nur noch ein paar Dunkings von Szymon Szewczyk, Öztürk geriet noch in eine Rangelei mit Jamal Basit. Dann hatte es Leverkusen überstanden.

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