Sport : Die Hoffnung heißt Podolski

Der überragende Stürmer schießt beim 4:2 im Länderspiel gegen Südafrika drei Tore

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Fünfzehn Mal jubeln konnten die Zuschauer schon vor dem Spiel. Im Bremer Weserstadion wurden auf den beiden Leinwänden noch einmal alle Treffer gezeigt, die die deutsche FußballNationalmannschaft beim Confed-Cup im Juni erzielt hatte. Damals hatte die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit ihrer offensiven und mutigen Spielweise ein Jahr vor der WM eine neue Fußballbegeisterung im Land entfacht, die sie gestern wieder neu beleben wollte. Dies gelang vor allem einem Spieler: Lukas Podolski. Der 20 Jahre alte Stürmer vom 1. FC Köln erzielte beim 4:2 (1:1) gegen Südafrika drei Treffer selbst und bereitete das vierte deutsche Tor durch Tim Borowski vor. „Jürgen Klinsmann hat zu mir gesagt: Geh raus und mach dein Spiel“, sagte Podolski.

Der deutschen Mannschaft war in den ersten Minuten anzumerken, dass sie sich im Duell der Gastgeber der Weltmeisterschaften 2006 und 2010 für das 0:2 in der Slowakei vom vergangenen Samstag rehabilitieren wollte. Jürgen Klinsmann hatte seine Mannschaft auf fünf Positionen verändert. Lukas Sinkiewicz, Marcell Jansen, Bastian Schweinsteiger, Tim Borowski und Podolski waren neu in der Startformation. Gegen die defensiven Südafrikaner, die am Wochenende die Qualifikation für die WM 2006 verpasst hatten, versuchte die deutsche Elf mit schnellem und direktem Spiel zum Erfolg zu kommen.

Klare Tormöglichkeiten erspielte sich die junge Mannschaft zunächst nur wenige. Podolski nutzte aber gleich die zweite Möglichkeit. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß und einem Steilpass von Miroslav Klose lupfte Podolski den Ball am chancenlosen südafrikanischen Torhüter Hans Vonk vorbei.

In der Offensive zeigten die Deutschen in Person von Podolski die Stärken, mit denen sie beim Confed-Cup begeistert hatten. In der Defensive waren aber auch in einigen Situationen bekannte Unaufmerksamkeiten zu sehen, vor allem in der Rückwärtsbewegung hat die gesamte Mannschaft nach wie vor Schwierigkeiten. Nachdem Per Mertesacker Sibusiso Zuma von Arminia Bielefeld im Strafraum gefoult hatte, verwandelte Shaun Bartlett den Elfmeter. Jens Lehmann, der sonst vor allem mit einem unnötigen Ausflug aus seinem Strafraum auffiel, rutschte der schwach geschossene Strafstoß über die rechte Hand. Nach dem Ausgleichstor und einer halben Stunde Spielzeit kam schon beinahe Unmut über die deutsche Elf unter den nur 28 100 Zuschauern im Bremer Weserstadion auf, weil sich die deutsche Mannschaft viele Abspielfehler leistete.

Direkt nach der Pause zeigte Lukas Podolski, warum die Fans der deutschen Nationalmannschaft so viele Hoffnungen in ihn setzen. Er bereitete mit einem schönen Pass den Führungstreffer von Tim Borowski vor, der ansonsten kaum zu überzeugen wusste. Nur eine Minute später vollendete Podolski einen Angriff über die linke Seite mit einem Schuss durch die Beine von Hans Vonk zum 3:1. Schönes Tor, unaufmerksame Defensive: Zwei Minuten später war Benedict McCarthy im Nachschuss gegen Lehmann erfolgreich.

An diesem Abend hätte Podolski wohl bei Bedarf immer ein Tor mehr geschossen, als die Abwehr zuließ. Nach 55 Minuten bekam er 16 Meter vor dem Tor den Ball und versenkte ihn trocken mit einem Flachschuss. Auch Kevin Kuranyi und Bernd Schneider hatten noch gute Chancen in der nun zerfahrenen Partie. Podolski war auch eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt worden.

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