Sport : Die Iden des März

Ron Ulrich

Er habe nur da gesessen und in seinem Tee gerührt. So beschreibt Clemens Tönnies die Reaktion von Felix Magath, als er ihn auf die Vorwürfe aus der Mannschaft hinwies. Zu Herzen genommen hat Magath sich die Ausführungen nicht, wie auch: Fasst er doch jegliche Kritik an seiner Person als ungeheuerlichen Affront auf. Seine Beratungsresistenz und Sturheit machte die Trennung unausweichlich. Wenn sich die Mannschaft erst im Gespräch mit dem Trainer selbst, dann mit den Vereinsoberen über unwürdige Menschenführung auslässt, schrillen bei den meisten die Alarmglocken, bei Magath nicht. Er verfolgt die Gleichung: Wer gegen mich ist, ist gegen den Erfolg. Cäsar führte nach einer Meuterei die Dezimation durch, loste einen unter zehn zur Bestrafung aus. Magaths Quote war noch beachtlicher, er schickte unliebsame Spieler zur Strafe zu den Amateuren oder verkaufte sie gleich ganz.

Die Zeiten cäsarischer Allmacht sind vorbei. Spieler, die bei der Ansprache in der Kabine in Tränen ausbrechen oder bei Dauerregen Straftraining mit Medizinbällen ausüben, während alle anderen in der Kabine sind, werden den Führungsstil ihres Vorgesetzten nur auf begrenzte Zeit mittragen. Die Wehrpflicht ist mittlerweile auch freiwillig.

Felix Magath steht nunmehr für kurzfristigen Erfolg, das werden jetzt auch andere Vereine auf Trainersuche so sehen. Mit der auf vier Jahre angelegten Liaison zwischen Schalke und Felix Magath ist nicht nur der Klub aus Gelsenkirchen gescheitert, sondern auch Magath. Und mit ihm das Modell der Alleinherrschaft. Man möchte sagen, die Würfel sind gefallen.

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