Sport : Die Jubiläums-Party fällt aus

Mit der schwächsten WM-Bilanz seit 1990 kehren die deutschen Gewichtheber von den Weltmeisterschaften in Antalya zurück. Cheftrainer Frank Mantek hatte vor Beginn der Titelkämpfe in der Türkei die 100. Medaille für deutsche Athleten seit Vereinigung der beiden Fachverbände aus Ost und West im Jahr 1990 angekündigt. Doch die Jubiläums-Party fiel aus, es bleibt bei 99 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Die eigentliche "Medaillen-Bank" Marc Huster (Riesa) musste verletzt aufgeben, und der Olympia-Dritte Oliver Caruso (Oberigheim) gab als Neuntplatzierter zwar ein hoffnungsvolles Comeback nach dreijähriger Verletzungspause, braucht für die Rückkehr an die Weltspitze aber noch Zeit.

"Außer Ronny Weller sowie den verletzten Stephanie Mantek und Monique Riesterer hatten wir hier das Beste aufgeboten, worüber wir derzeit verfügen", sagte Claus Umbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG). "Wir müssen halt auf den Nachwuchs hoffen. Leider wurde in den vergangenen zehn Jahren die Arbeit mit Talenten vernachlässigt." Deshalb wurde nach den Olympischen Spielen in Sydney ein Perspektivkader mit 17- bis 21-jährigen Talenten gebildet, der konsequent an die Weltspitze herangeführt werden soll. "Aber bis zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen klafft hinter unseren drei Assen Weller, Huster und Caruso ein Loch", bekennt Umbach: "Danach wird es besser."

Huster, der wegen einer Ellenbogenzerrung aufgeben musste, äußerte Motivationsprobleme. "Ich werde bald Vater, will beruflich im Journalismus Fuß fassen. Ich muss sehen, was die nähere Zukunft bringt", sagte der zweimalige Olympia-Zweite. "Wir müssen ihm nun neue Motivationen verschaffen", entgegnete Umbach. Um Caruso ist dem Verbandschef dagegen gar nicht bang: "Der Junge ist unser Hoffnungsträger, eine Bank für 2004."

Von den drei anderen deutschen Athleten setzte sich Andre Rohde gut in Szene. Der 26 Jahre alte Sportsoldat vom AFC Frankfurt (Oder) stellte im Zweikampf mit 392,5 kg eine neue Bestleistung auf. Jörg Mazur (Lörrach) egalisierte seine eigene Höchstmarke (382,5 kg), zeigte im Stoßen aber Schwächen. Axel Franz kam im Superschwergewicht mit mäßigen 405,0 kg (182,5/222,5) auf Platz sieben. Stärkster Mann der Welt wurde der für Katar startende Ex-Bulgare Said Salem Jaber mit 460,0 kg (210,0/250,0).

Bei den Männer waren von den 24 olympischen Medaillengewinnern des vergangenen Jahres nur 13 in Antalya am Start, bei den Frauen von 21 gar nur fünf.

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