Sport : Die junge Lust am Abstiegskampf

Freiburg schien abgeschlagen – doch das Team wehrt sich beeindruckend.

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Wir wollen nicht absteigen. Oliver Sorg, Johannes Flum, Daniel Caligiuri und Sebastian Freis (von links nach rechts) bejubeln den Sieg gegen Schalke 04. Foto: dpa
Wir wollen nicht absteigen. Oliver Sorg, Johannes Flum, Daniel Caligiuri und Sebastian Freis (von links nach rechts) bejubeln den...Foto: dpa

Die Qualität der Gegner spielt anscheinend in Freiburg keine Rolle. Vier Punkte holte der Sportclub nun zuletzt gegen Gegner, die um den Meistertitel mitspielen wollen – oder wollten. Dem 0:0 gegen Bayern München ließ der Abstiegskandidat aus dem Breisgau nun ein 2:1 über Schalke folgen. Die Botschaft ist klar: Der SC Freiburg lebt. Doch woher kommt die neue Lebenslust der Freiburger mitten im Abstiegskampf? Manches deutete sich nach der Winterpause im Hintergrund an, nachdem der SC den Trainer gewechselt und seinen Kader neu sortiert hatte.

Zuerst durch ein 1:0 über Augsburg zum Rückrundenauftakt, dann durch „viele enge Spiele“, wie Manager Dirk Dufner sagt. Erst durch den jüngsten Sieg aber wird nun auch dem Umfeld der Breisgauer klar: Der neue Trainer wirkt, und Freiburg wehrt sich. Mit Christian Streich sei man „nach dem Knall in der Winterpause“ auf dem Weg zurück zu der Authentizität eines Ausbildungsvereins, der für frischen Fußball und Leidenschaft steht. Die war zwischenzeitlich verloren gegangen. „Jetzt zeigt sich wieder, für was wir stehen“, sagt Dufner. „Die Jungen machen uns Spaß. Wir haben das Gefühl, da wächst was zusammen.“

Sicher sein können die Freiburger nicht, obwohl sie den Abstand zu Platz 15 auf zwei Punkte verringern konnten und nicht mehr Letzter sind. Der SC geht nun entspannter mit der Tabellensituation um. „So ein Ergebnis mag für die Tabelle und die Fans wichtig sein, aber wir schauen auf andere Dinge. Wie entwickeln sich Spieler und wie gestalten sie ihre Spiele“, sagt Trainer Streich. Einen möglichen Abstieg malt er nicht als Katastrophe an die Wand. Auch mit einer derartigen Sichtweise kann man sich die eigene Angst erträglicher gestalten. Dem Bundesliga-Trainerneuling hält man zugute, dass er gute Trainingsleistungen honoriert und so den Leistungsgedanken fördert, nachdem er eine Verjüngungskur eingeleitet hat. Gegen Schalke stand Sebastian Freis erstmals von Beginn an in der Startelf und schoss prompt das 1:0.

Aber nicht nur Trainer und die neue Mannschaft haben sich gefunden. Auch Team und Publikum sind aufeinander zugegangen. In Freiburg herrschte eine Stimmung, „als seien wir Fünfter und nicht im Abstiegskampf“, sagt Dufner. Nicht nur die Spieler setzten um, was man als offizielle Losung des Tages ausgegeben hatte: „Das Herz in die Hand nehmen.“ Nun wächst die Hoffnung, man könnte die Klasse halten. Der Trainer lebt Leidenschaft vor und bleibt dabei unaufgeregt. „Die Zuschauer bekommen von der Mannschaft etwas zurück“, sagt Dufner.

Auch mit dem Abgang des besten Torschützen Papiss Demba Cisse nach Newcastle in der Winterpause scheint Freiburg immer besser klarzukommen. „Jeder in der Mannschaft hat das verstanden, und jeder hat verstanden, was das für ihn bedeutet, nämlich mehr Verantwortung für das Ganze“, sagt der Manager.

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