Sport : Die kaputte Saftpresse

Claus Vetter

Alles beim Alten beim EHC Eisbären? Nach zunächst sieben Siegen in Folge in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gab es für die Berliner am Sonntag mit dem 2:3 bei den Hannover Scorpions die dritte Niederlage hintereinander. An sich ist das nichts Bedrohliches, zumal die Eisbären immer noch auf einem Play-off-Platz rangieren. Angesichts der Tatsache, dass sich die Berliner in dieser Saison ihren Ruf als Freunde ausgedehnter Serien - in positiver und negativer Hinsicht - erworben haben, stimmt die jüngste Bilanz jedoch nachdenklich. Könnte es sein, dass sich die Hohenschönhausener so langsam wieder in einen Zustand kollektiver Harmlosigkeit spielen?

"Kein Zweifel, momentan läuft es nicht so gut", sagt Manager Peter John Lee. "Am Sonntag in Hannover fiel das Schussverhältnis mit 37 zu 21 klar zu unseren Gunsten aus." Demnach hätten die Eisbären gewinnen müssen. Lee sagt dazu nur: "Die Spieler können aus ihren Schlägern nicht auf Kommando Orangensaft herauspressen." Eine interessante Sicht der Dinge. Denn vielleicht liegt es ja an den falschen Kommandos, dass die Saftpresse nicht so recht will? Lee windet sich. "Ich will nicht mehr so viele Krisen", sagt der Manager. Das ist verständlich. Der Vorsprung der Eisbären auf die Verfolger wird knapper und jetzt - 16 Spieltage vor Ende der Hauptrunde - beginnt der Endspurt um die Plätze für die Play-offs.

Trainer Uli Egen weiß denn auch, welche Bedeutung dem heutigen Heimspiel seiner Mannschaft gegen die Iserlohn Roosters zukommt (Beginn 19.30 Uhr, Sportforum). "Natürlich ist das Spiel wichtig", sagt Egen. "Aber was heißt hier Negativserie? Wir haben am Freitag gegen Frankfurt nicht schlecht gespielt und einen Punkt geholt. Auch gegen Hannover war das nicht verkehrt. Wir nutzen unsere Chancen nicht. Daran kann auch kein anderer Trainer etwas ändern." Ist es so einfach?

Tatsache ist, dass die Eisbären in personeller Hinsicht Probleme haben. Mit Steve Walker (Bänderriss), Dan Laperriere (Handverletzung), Sven Felski (Sperre) und David Roberts werden vier wichtige Akteure fehlen. Roberts, immerhin erfolgreichster Torschütze beim EHC, wurde gestern untersucht. Der Verdacht auf Kreuzbandriss - gleichbedeutend mit einem vorzeitigen Saisonende für den US-Amerikaner - bestätigte sich nicht. Roberts laboriert lediglich an einem Anriss des Kreuzbandes im rechten Knie und kann vielleicht mit einer Manschette gegen Iserlohn spielen. "Aber sicher ist das noch nicht", sagt Manager Lee. Vielleicht eine gute Nachricht für die Eisbären. Nötig hätten sie so etwas.

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