Sport : Die Kassen bleiben zu

Eisbären durchkreuzen beim 2:1 Hamburgs Heimspielpläne und können am Freitag das Halbfinale der DEL erreichen

Claus Vetter

Hamburg. Eine Viertelstunde nach dem vierten Play-off-Spiel zwischen den Hamburg Frezers und dem EHC Eisbären Berlin sollten gestern die Kassenhäuschen an der Hamburger Colorline Arena geöffnet werden. Der Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wollte die Tickets für das sechste Spiel der Viertelfinalserie zwischen den Freezers und den Eisbären anbieten. Am Ende aber blieben die Kassen in Hamburg geschlossen, und Schuld daran waren die Eisbären. Die Berliner gewannen gestern vor 12 759 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) und führen in der nach dem Modus Best of seven gespielten Serie 3:1. Die Mannschaft von Trainer Pierre Pagé kann nun bereits am Freitag beim Heimspiel in Berlin mit einem Sieg das Halbfinale erreichen.

Was gestern jedoch überraschte: Das Spiel lief in reichlich unaufgeregter Atmosphäre ab. Und das passte gar nicht zu dem, was sich im Vorfeld der Partie abgespielt hatte. Da hatte Hamburgs Manager Max Fedra Aufregung verursacht. Die Kritik von Eisbären-Trainer Pierre Pagé, die Freezers würden „altmodisches Eishockey“ spielen und das mitunter jenseits der Grenzen sportlicher Fairness, gefiel Fedra überhaupt nicht. „Wir spielen kein schmutziges Eishockey, Herr Pagé soll sich bitte um sein eigenes Team kümmern“, sagte Fedra. Das schien der Berliner gestern auch getan zu haben, denn die Eisbären kontrollierten den Gegner über weite Phasen doch recht geschickt.

Allein das erste Drittel wirkte noch holprig. Ernstzunehmende Torchancen ergaben sich auf beiden Seiten nicht. Ihre erste gute Möglichkeit konnten die Eisbären dann allerdings prompt verwerten. In der 12. Minute umkurvte Sven Felski elegant das Hamburger Tor, leitete den Puck auf Walker weiter, der schließlich auf Mark Beaufait spielte. Mit einem Schuss ins obere linke Toreck konnte der US-Amerikaner Hamburgs Torhüter Boris Rousson überwinden. Nur 47 Sekunden später allerdings gelang den Freezers in Überzahl der Ausgleich. Kelly Fairchild durfte von der Strafbank aus ansehen, wie Jesse Belanger den chancenlosen Berliner Torhüter Richard Shulmistra überwand.

Im Folgenden passierte reichlich wenig. Zu dieser Ansicht kam wohl auch Schiedsrichter Peter Chvatal: Nach Fouls von Schneider und Andrusak sprach Chvatal wohl nicht zu Unrecht zwei Strafen gegen die Freezers aus. Und wenige Sekunden nach der zweiten Hinausstellung gegen die Hamburger lag der Puck schon im Tor der Freezers: Steve Walker hatte in der 37. Minute bei der 5:3-Überzahl das 2:1 für die Eisbären erzielt. Fedra gefiel das weniger gut, in der Pause schimpfte der Hamburger Manager über die Leistung des Unparteischen, der als einziger in der DEL mit dem Pfeifen seinen Lebensunterhalt bestreitet. „Ich werde alles daran setzen, dass Herr Chvatal kommenden Saison kein Profischiedsrichter mehr sein darf.“

Dieses Zitat des Managers der Freezers dürfte noch für Spannungen sorgen, das gestrige Spiel jedenfalls blieb nach dem 2:1 von Steve Walker ohne Höhepunkte. Der Aufforderung ihrer Fans nach mehr Einsatz kamen die müde wirkenden Spieler der Freezers nicht nach. Und wenn es schon mal etwas bunter vor dem Berliner Tor zuging, dann war Endstation bei Eisbären-Torhüter Richard Shulmistra, der gestern eine tadellose Vorstellung ablieferte.

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