Sport : Die Klasse gehalten

Deutschland schlägt Norwegen bei der Eishockey-WM 5:3 und erreicht die Zwischenrunde

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Mytischtschi - Der Eishockey-Bundestrainer hatte vor dem entscheidenden Gruppenspiel seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland vorsichtig gewirkt. Uwe Krupp hatte gegen die Norweger ein „Duell auf Augenhöhe“ angekündigt. Das wurde es aber nicht: Die Deutschen kamen in der Arena von Mytischtschi zu einem verdienten 5:3 (2:0, 3:3, 0:0)-Sieg und haben damit den Klassenerhalt in der A–Gruppe geschafft. Norwegen muss nun in die Abstiegsrunde, während die Deutschen in der Zwischenrunde heute auf Tschechien (18.10, live im DSF), am Samstag auf die USA und am Montag auf Weißrussland treffen.

Der gestrige Erfolg der im Vorjahr aufgestiegenen Deutschen war nicht unbedingt zu erwarten. Schließlich muss Krupp in Russland auf fast 20 etablierte Profis verzichten, stehen dort 17 Spieler auf dem Eis, die noch nie bei einer A-WM gespielt haben. Dementsprechend groß war die Freude bei den Deutschen, nachdem die Zwischenrunde erreicht war. „Das ist das Größte“, sagte Franz Reindl, Sportdirektor des Eishockey-Bundes, „alles, was jetzt noch kommt, ist ein Bonus.“

Die Bonusrunde beginnt für die Deutschen heute mit dem Spiel gegen die Tschechen, gestern überzeugten sie noch einmal in der Pflichtrunde, in der sie zuvor unglücklich gegen Kanada (2:3) und unglücklich hoch gegen die Slowakei (1:5) verloren hatten. Im Tor der Deutschen stand dabei erstmals Dimitri Pätzold. Der 24-Jährige spielt wie der ehemalige Kölner Thomas Greiss bei den Worcester Sharks in der nordamerikanischen Profiliga AHL. Das Farmteam des NHL-Klubs San Jose Sharks ist in den Play-offs ausgeschieden, Pätzold war erst 24 Stunden vor Spielbeginn gegen Norwegen in Moskau eingetroffen. Im ersten Drittel war Pätzold noch weitestgehend beschäftigungslos. Vor allem im Überzahlspiel erwies sich das Team von Krupp da als konzentriert. Schon nach neun Spielminuten schob Michael Hackert (Frankfurt) den Puck nach einem Abpraller am norwegischen Torhüter Pal Grotnes vorbei zur Führung ins Tor. Wenig später erhöhte der Iserlohner Michael Wolf im Powerplay auf 2:0 für die Deutschen, die mit einer an sich beruhigenden Führung ins zweite Drittel gingen. Doch kurz nach der Pause leistete sich das Team kollektive Aussetzer. Innerhalb von 102 Sekunden gelangen Norwegen drei Treffer: Mats Trygg, Morten Ast und Lars Erik Spets hießen die Torschützen. „Da waren wir uns schon zu sicher“, sagte der Hamburger Alexander Barta später. „So etwas darf nicht passieren.“

Es sprach für die Moral der jungen deutschen Mannschaft, dass sie sich nicht irritieren ließ. Kurz nach dem 2:3 gelang Wolf der Ausgleich und im Powerplay brachte John Tripp vom ERC Ingolstadt die Deutschen wieder in Führung. Noch im zweiten Drittel erzielte Barta nach einem Solo das 5:3 für Deutschland – es war die Entscheidung. Im letzten Drittel sollten trotz Überlegenheit der Deutschen und einer hektischen Schlussphase mit einem norwegischen Powerplay keine Tore mehr fallen. Die deutschen Spieler feierten den Sieg schließlich ausgiebig mit ihren Fans, die in der Arena eindeutig akustisches Überwegewicht hatten.Tsp

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