Sport : Die Klose-Gala

Der Nationalstürmer erzielt einen Hattrick beim 4:1 der Bremer in Bochum

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So geduldig Miroslav Klose 45 Minuten lang auf der Ersatzbank auf seinen Einsatz gewartet hatte, so bescheiden blieb der Stürmer vom SV Werder Bremen nach dem Spiel. „Ich habe die Tore der Mannschaft zu verdanken. Wenn man die Bälle so aufgelegt bekommt, ist es nicht schwer, sie reinzumachen“, sagte Klose. Dabei hätte er allen Grund zu großem Eigenlob gehabt. Zur zweiten Halbzeit für Nelson Valdez eingewechselt, erzielte der Nationalstürmer beim 4:1 der Bremer über den VfL Bochum gleich drei Tore. Mit seinem Hattrick wurde er im Ruhrstadion zum größten Gewinner unter den Bremer Siegern. „Tore sind für einen Stürmer immer gut“, sagte er nach dem Schlusspfiff, „sie geben Selbstvertrauen.“

Bevor die KloseShow den zunächst trüben Nachmittag in den letzten zwanzig Minuten zumindest für die Bremer noch rettete, hatten beide Mannschaften den 25 000 Zuschauern wenig Erbauliches geboten. Am „Tag der Zahngesundheit“ hatte ein Sponsor des VfL Bochum die Devise ausgegeben: „Bochum zeigt Zähne“. Doch davon war nichts zu sehen. In der ersten Hälfte bestimmte die Taktik das Spiel. Bochumer wie Bremer warteten auf Fehler des Gegners und entwickelten keine Ideen. Das Resultat war ein zunächst ereignisarmer Kick, fast ohne Torchancen. Wenn es einmal gefährlich wurde, spielte meist der Zufall mit, etwa als ein scheinbar misslungener Eckball von VfL-Kapitän Dariusz Wosz den Querbalken des Werder-Tores traf. Die größte Unterhaltung für die Zuschauer war das dem Öffnen einer Bierflasche nachempfundene Geräusch, das die Stadionregie einspielte, wenn in den anderen Stadien ein Tor gefallen war.

Doch dann kam Klose, und alles änderte sich – zugunsten der Hanseaten. „Dass wir den Richtigen eingewechselt haben, hat jeder gesehen“, sagte der Bremer Trainer Thomas Schaaf. Bevor der zuletzt viel kritisierte Stürmer als Torschütze glänzte, hatte Klose sich als Vorbereiter profiliert und Mittelfeldspieler Tim Borowski den Ball zum Führungstreffer serviert. Diesen Rückstand konnten die Bochumer noch ausgleichen. Verteidiger Aleksander Knavs nutzte eine Freistoßflanke von Filip Trojan zum 1:1. Das reichte den Westfalen allerdings nicht für ein Unentschieden. „Wir haben zu viele Abspielfehler gemacht“, sagte VfL-Trainer Peter Neururer. „Wir haben dem Deutschen Meister nicht Paroli bieten können.“

Während die Heimelf nichts mehr zuzusetzen hatte, fing Werder an, guten Fußball zu spielen. Beflügelt durch seinen Kopfball zum 2:1 führte Klose seine Mannschaft mit zwei weiteren Treffern in der Schlussphase zum Sieg. Auch Schaaf freute sich für Klose. „Er hat wieder einen Schritt nach vorn gemacht.“

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