Sport : Die Körper sprechen lassen Beim 1:0 gegen Mainz zeigt der HSV Teamgeist

Frank Hellmann

Hamburg - Es war genau um 17 Uhr am gestrigen Samstag, als sich die Hamburger AOL-Arena in ein Tollhaus verwandelte. Die HSV-Fans in der Nordkurve fielen sich freudetrunken in die Arme, selbst die Zuschauer auf den Sitzplätzen hielt es nicht mehr auf den Plastikschalen. Dabei war im Bundesliga-Spiel des Hamburger SV gegen den FSV Mainz 05 gar nicht viel passiert, der Gastgeber verwaltete noch einen schmucklosen 1:0-Vorsprung, als die bunte Leuchttafel unter dem Dach der Arena die Botschaft des Tages verbreitete: Werder Bremen war gegen den 1. FC Kaiserslautern in Rückstand geraten.

Die Reaktion auf das Ergebnis aus dem Weserstadion sagt viel über die Geschehnisse in der AOL-Arena aus: In einer eher unspektakulären Begegnung genügte ein frühes Tor von Mehdi Mahdavikia, um den Befreiungsschlag nach der Niederlage bei Hannover 96 zu landen. „Die Mannschaft hat genau die richtige Reaktion gezeigt“, sagte Hamburgs Trainer Thomas Doll. „Es geht nur mit totalem Engagement: Es war der Einsatz und der Wille zu sehen, der uns in der Hinrunde ausgezeichnet hat.“ In der Tat verdiente sich die disziplinierte Doll-Elf den Sieg zuvorderst dank des größeren Einsatzes und Eifers. „Diesmal war es eine andere Körpersprache als in Hannover“, sagte Kapitän Daniel van Buyten, „jeder wollte dieses Spiel gewinnen.“

Die harmlosen Gäste aus Mainz erspielten sich bis auf einen Schuss von Milorad Pekovic nicht eine einzige Torchance – meist genügte die körperliche Präsenz des Abwehrhünen van Buyten, um die beinahe lächerlichen Mainzer Angriffsversuche zu stoppen. Auch die Offensivleistung des HSV war bescheiden – sieben Torschüsse in 90 Minuten sind sehr wenig. Deshalb reagierte Sportchef Dietmar Beiersdorfer auf die Frage, ob der HSV als Bayern-Jäger tauge, gereizt: „Das Thema ist mir so etwas von über.“ Abwehrspieler Boulahrouz sagte später bei der Fandiskussion in der AOL-Arena: „Für uns ist immer wichtig, dass wir vor Bremen stehen.“

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