Sport : Die Koproduzenten

Podolski und Novakovic überragen beim Kölner 4:1-Triumph in Leverkusen

von
Poldi Alaaf. Lukas Podolski erzielte in Leverkusen zwei Treffer und bereitete das erste Kölner Tor vor. Foto: dpa
Poldi Alaaf. Lukas Podolski erzielte in Leverkusen zwei Treffer und bereitete das erste Kölner Tor vor. Foto: dpaFoto: dpa

Robin Dutt hatte sich vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln ungewöhnlich großspurig gezeigt. „Ich bin ein Derby-Trainer“, verkündete der Coach von Bayer 04 Leverkusen in Anspielung darauf, dass er in der vergangenen Saison mit Freiburg alle Süd-Derbys gegen Stuttgart und Hoffenheim gewonnen hat. Im Westen reüssierte er allerdings nicht, das Derby gegen den Rivalen von der anderen Rheinseite wurde vielmehr zu einem Desaster für den Champions-League-Teilnehmer. Der 1. FC Köln landete einen verdienten 4:1 (1:0)-Sieg in der Leverkusener Arena, es war die erste Heim-Niederlage für Bayer 04 in dieser Saison. Dutts Mannschaft fehlte Wettkampfhärte und Nervenstärke. Matchwinner der hart kämpfenden Kölner waren Lukas Podolski und Milivoje Novakovic, die drei Kölner Tore in Koproduktion bewerkstelligten. „Die Niederlage war auch in dieser Höhe verdient, das war heute eine indiskutable Leistung. Wir waren extrem konteranfällig“, sagte Dutt. Sein Kölner Kollege Stale Solbakken befand glücklich: „Wir haben heute sehr gut gespielt. Ich hoffe, daran können wir anknüpfen.“ Seine einzige Sorge: Kapitän Pedro Geromel verletzte sich in der Schlussphase und wird womöglich pausieren müssen.

Köln erschreckte die Leverkusener schon in den ersten Minuten gewaltig, der FC attackierte sehr aggressiv und brachte die Gastgeber so in Bedrängnis. Neuzugang Ammar Jemal kam nach 50 Sekunden über die rechte Seite, nach dem Torschuss Slawomir Peszkos klärte Ömer Toprak für den schon geschlagenen Torhüter Bernd Leno. Bayer 04 sammelte sich aber zunächst, Dutts Team, in dem Michael Ballack erneut im offensiven Mittelfeld spielte, zog einige Angriffe auf. Im Abschluss waren die Leverkusener allerdings unkonzentriert. So vergaben vor allem André Schürrle, Derdiyok und Lars Bender beste Möglichkeiten.

Die Strafe folgte kurz vor dem Seitenwechsel. Ein Konter reichte den Gästen zur Führung. Sascha Riether preschte auf der linken Seite vor, spielte auf Lukas Podolski, der im Strafraum Stefan Reinartz ausspielte und den herbei geeilten Milivoje Novakovic bediente. Der Slowene nutzte die Chance, er musste am Fünfmeter-Raum nur noch den Fuß hinhalten. Nach der Pause folgte der nächste Schock. Nach einem Fehler von Reinartz im Mittelfeld kam Podolski an den Ball, er stürmte los, Novakovic folgte, wurde angespielt, flankte in den Strafraum zu Podolski – und der überwand Leno mit einem Volleyschuss zum 0:2.

Dutt brachte Sidney Sam für Ballack, der unauffällig geblieben war, und Stefan Kießling für den unglücklichen Derdiyok. Die Wechsel brachten nichts, Bayer wirkte wie gelähmt. Auch am 0:3 waren die selben Spieler beteiligt, wieder machte Verteidiger Reinartz eine unglückliche Figur, als er den Ball nach einem Pass von Novakovic im Strafraum verpasste. Podolski war zur Stelle, der Nationalspieler schlug Leno diesmal mit einem harten Schuss aus etwa 13 Metern zum 3:0.

Erst nach 70 Minuten kam Leverkusen. Zunächst hatte Sam eine Chance, dann brachte Simon Rolfes sein Team auf 1:3 heran. Ein Aufbäumen bekam Leverkusen jedoch nicht hin. Bayer fügte sich weitgehend kampflos in ihr Schicksal. Am Ende sah Schürrle, der in der Nationalelf mit Lukas Podolski um den Platz auf der linken Angriffsseite konkurriert, nach einem Foul an Christian Eichner auch noch Rot. Mato Jajalo erhöhte in der Nachspielzeit auf 4:1. Alles zusammen versetzte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler derart in Rage, das er Schiedsrichter Günter Perl beim Gang in die Kabine noch verbal attackierte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar