Sport : Die Kraft der Ruhe

Mathias Klappenbach

Dieses Jahr ist er noch später dran als sonst. Jan Ullrich ist wieder einmal nicht in Form, und bis zur Tour de France sind es nur noch gut zwei Monate. Wenig Zeit für einen Radprofi, sich die nötige Rennhärte zu holen.

Aber Ullrich hat im Vergleich zu früheren Jahren in diesem Winter nicht zu viel Süßes gegessen, und im Training hat er offensichtlich auch nicht geschludert. Er hatte eine leichte Reizung im Knie, für einen Radprofi empfiehlt es sich in einem solchen Fall, die Belastung niedrig zu halten. Es sieht also so aus, als ob die deutsche Sporthoffnung für die Zeit nach der Fußball-Weltmeisterschaft derzeit alles richtig macht.

Vor zwei Jahren ist Ullrich im April wieder vom Rad gestiegen, weil er noch nicht mithalten konnte. Die Sorgen um sein Abschneiden bei der Tour de France waren damals so groß wie jetzt. Also wie immer. Am Ende wurde Ullrich Vierter, es war seine schlechteste Platzierung bei seinen acht Starts in Frankreich. In jedem Frühjahr hat der beste deutsche Radsportler aller Zeiten Probleme mit Erkältungen, mangelnder Fitness, Übergewicht oder Verletzungen. Ullrich kennt das und seinen Körper, er ist 32 Jahre alt, ein erfahrener Hochleistungssportler.

Immer hat er im Juli gezeigt, dass die frühjährlichen Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit unbegründet waren. Und meistens ist Jan Ullrich Zweiter hinter Lance Armstrong geworden. Der fährt dieses Jahr nicht mehr mit.

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