Sport : Die Krise ist jetzt ein Bremer

Beim 4:0-Sieg des FC Schalke gegen Werder erzielt der Spanier Raúl drei Tore

Richard Leipold[Gelsenkirchen]

Nach seinem dritten Tor übte sich Raúl als Pantomime. Der Spanier stellte die Bewegung eines Toreros nach, der einen Stier zum Kampf reizt. Der Kampf zwischen Werder Bremen war zu diesem Zeitpunkt, 20 Minuten vor Schluss, längst entschieden. Dank der Treffsicherheit Raúls fügte der FC Schalke den Bremern abermals eine deutliche Niederlage zu. Bevor der Spanier mit seinen Treffern die Fans verzückte, hatte Christoph Metzelder mit Hilfe des gegnerischen Torhüters Tim Wiese sein erstes Tor für die Schalker erzielt, denen mit dem 4:0 über Werder der zweite Heimsieg nacheinander gelang.

„In den ersten Minuten waren wir nicht Herr der Situation, aber wir haben uns in die Partie gekämpft“, sagte Trainer Felix Magath. „Zwei Standardtore haben uns Auftrieb gegeben. Danach waren wir klar überlegen. Ich hoffe, dass wir die gute Leistung mitnehmen in die nächsten Partien.“ Die Bremer, die in der Abwehr desolat wirkten, hatten es den Schalkern diesmal äußerst leicht gemacht. „Schalke brauchte nur auf unsere Fehler zu warten und hat sie eiskalt genutzt“, sagte Werders Trainer Thomas Schaaf.

Das Duell beider Mannschaften war einmal ein Topspiel der Bundesliga, dieses Mal fand es unter völlig anderen Vorzeichen statt. Werder reiste als Tabellenelfter an, Schalke ging als Sechzehnter mit noch größeren Sorgen in die Partie, aber auch mit leicht ansteigender Tendenz. Doch nicht jeder profitierte von diesem Trend. So verzichtete Magath auf Mittelfeldspieler Jermaine Jones, der nicht einmal auf der Bank sitzen durfte, offiziell wegen zuletzt „desolater Zweikampfwerte“ und unbefriedigender Trainingsleistungen. Jones hatte sich jüngst allerdings auch über seine taktische Rolle beklagt und sich damit sicher keinen Gefallen getan. Für ihn rückte Peer Kluge in die Startelf, der neben Joel Matip seinen Dienst im defensiven Mittelfeld verrichtete.

Während Magath seine Elf wieder einmal umbesetzte, forderte er von denen, die spielten, Konstanz ein. „Wir müssen die Leistung, die wir beim 3:0 gegen St. Pauli phasenweise gezeigt haben, mal über 90 Minuten zeigen“, sagte er. Das gelang zwar nicht, die Schalker Fähigkeiten reichten über Standardformat nicht hinaus. Doch das genügte schon. Metzelder köpfte nach einer Ecke von Farfan kraftvoll an die Latte, von dort sprang der Ball Wiese so gegen den Arm, dass er ihn ins eigene Tor lenkte. Den zweiten Treffer erzielte Raúl in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, nachdem Wiese einen Freistoß von Edu noch hatte abwehren können.

Die Führung fiel zu diesem Zeitpunkt auch deshalb so klar aus, weil Werderstürmer Hugo Almeida drei gute Chancen ausgelassen hatte. Das erste Gegentor bildete eine Zäsur im Spiel. Die Bremer verloren danach ihren Mut. Spätestens nach dem dritten Treffer waren die letzten Zweifel beseitigt. Schalke steuerte unbehelligt einem sicheren Sieg entgegen, der sogar noch sehr viel deutlicher hätte ausfallen können.

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