Sport : Die Krise nach der Krise

Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft sucht nach einer Perspektive für die Heim-WM 2017.

Bundestrainer, was nun? Pat Cortina sah in München wenig Positives. Foto: dpa
Bundestrainer, was nun? Pat Cortina sah in München wenig Positives. Foto: dpaFoto: dpa

München - Die sieben Gegentore waren erst seit ein paar Minuten Geschichte, da hielt der Eishockey-Bundestrainer Pat Cortina in der Kabine eine deutliche Ansprache. „Er hat uns klargemacht: Es wird noch ein weiter, steiniger Weg. Es gibt noch einiges zu tun“, berichtete Stürmer Frank Mauer nach der 4:7-Niederlage gegen die USA im letzten Spiel des Deutschland-Cups am Sonntag in München. Mit einem Turniersieg wollte die ersatzgeschwächte Mannschaft des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) neun Monate nach der peinlichen Nicht-Qualifikation für Olympia wieder positiv auffallen. Es reichte dann nur zum dritten Platz. „Wir haben gesehen, wo wir stehen und woran wir noch arbeiten müssen“, sagte Cortina.

Ohne 16 Spieler, die normalerweise zum Stammpersonal zählen, bekamen die Deutschen die Grenzen aufgezeigt. Zwar fand Kapitän Michael Wolf: „Das sollte man nicht überbewerten. Es waren viele sehr gute Spieler nicht dabei, die sonst dabei sind.“ Doch das mit dem Personal ist so eine Sache. Cortina hat Probleme beim Neuaufbau nach der historischen Pleite im Februar, als Deutschland erstmals überhaupt die Qualifikation für Olympia nicht schaffte. Als Bundestrainer und Sportdirektor in Personalunion muss er zwei Fixpunkte unter einen Hut bekommen. „Da gibt es immer den Spagat zwischen der Perspektive, den mittel- und langfristigen Konzepten, der guten Arbeit und dem Erfolg“, sagte DEB-Präsident Uwe Harnos.

Als Bundestrainer ist Cortinas Ziel die WM 2014 in Minsk, bei der er vor allem öffentlich wieder am Abschneiden gemessen wird. Bei den WM-Turnieren müssen auch möglichst viele Weltranglistenpunkte her, um 2018 bei Olympia wieder dabei zu sein. Dafür braucht Cortina die derzeit besten Spieler. Mit einigen aber ist er nicht allzu zufrieden, weil diese sich mal eine Pause wünschten. „Wenn es einigen zur Last fällt, zur Nationalmannschaft zu kommen, dann brauchen wir sie nicht. Es muss eine Ehre sein, für Deutschland zu spielen“, sagte der Bundestrainer in München. Darum nahm er die Möglichkeit dankend an, einige Perspektivspieler zu testen.

Als Sportdirektor ist es Cortinas Aufgabe, ein langfristiges Konzept zu erarbeiten. DEB-Präsident Harnos sagte dazu: „In erster Linie ist er auch Sportdirektor und soll das Notwendige für die Zukunft auf den Weg bringen. Wir müssen ja jetzt schon die WM 2017 im Auge haben.“ Dann findet die WM wieder in Deutschland statt. Cortinas Vertrag als Bundestrainer und Sportdirektor läuft nur bis 2015. Wird der nicht verlängert oder trennt sich der DEB vorher von ihm, wäre seine Arbeit als Sportdirektor ad absurdum geführt. dpa

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