Sport : Die Kritik am Tourstart von Alberto Contador wächst

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Berlin - Zwei Wochen vor dem Start der Tour de France wächst die Kritik an Vorjahressieger Alberto Contador, der ungeachtet einer positiven Dopingprobe starten wird. „Es ist eine schwache Leistung, dass kein Urteil vor der Tour gefällt wurde. Die Fans werden verarscht und es ist nicht gut für den Radsport“, sagt der deutsche Radprofi Tony Martin. Die Verhandlung beim Internationalen Sportgerichtshof Cas in Sachen Contador findet erst eine Woche nach der Tour statt.

Dort wird verhandelt, ob Contador, der im Vorjahr positiv auf Clenbuterol getestet worden ist, die Siege dieses Jahres – wie der beim Giro d’Italia und ein eventueller vierter Erfolg des Spaniers bei dieser Tour – aberkannt werden. Auch andere Profis wie Bradley Wiggins sahen den Start Contadors in den vergangenen Tagen als „schlechtes Zeichen für alle Teams, die konsequent gegen Doping kämpfen“. Der ehemalige Chef des Teams Gerolsteiner Hans-Michael Holczer sprach von grenzenlosem Egoismus Contadors.

Nur sein mutmaßlicher Rivale um den Gesamtsieg Andy Schleck sieht die Teilnahme Contadors pragmatisch: „Solange ihn keine zuständige Institution stoppt, ist er startberechtigt.“ Ein Duell der Beiden lässt sich besser vermarkten, ohne den vermeintlichen Delinquenten Contador wäre die Aufmerksamkeit für die Tour sicher geringer. Da würde auch die vom herausragenden Zeitfahrer Tony Martin angestrebte Platzierung in den Top Ten eher nicht viel helfen.

Ebenso ungewiss ist, ob Alberto Contador, der seinen positiven Test mit der Verunreinigung eines Steaks erklärt, von einer möglichen Regeländerung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada profitieren könnte. Die Wada überlegt, einen Grenzwert für Clenbuterol einzuführen und minimale Befunde unbestraft zu lassen. Die neue Regel würde aber wohl erst ab 2012 greifen. klapp/dpa

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