Sport : Die Kunst der Brecher

Eine Typologie der erfolgreichsten Stürmer

Mathias Klappenbach

Wer die Tore schießt, ist der Star im Fußball. Er wird von den Fans geliebt. Aber was macht einen guten Torjäger eigentlich aus? Höchste Zeit für eine Typologie, die uns die Unterschiede zwischen Horst Hrubesch, dem so genannten Kopfball-Ungeheuer, und Erwin Kostedde, dem psychisch labilen Spielerstar, näher bringt. Höchste Zeit also für ein Buch, das die Besonderheiten von Gerd Müller, den das deutsche Fußballvolk schlicht „Bomber“ nannte, und Lothar Emmerich, der so herrlich jubeln konnte, erklärt. Sie waren – so lauten einige der aufgelisteten Kategorien – Brecher, Künstler, Knipser oder Mannschaftsspieler. Stimmen diese Einordnungen?

Lorenz Knieriem versucht, die 50 statistisch erfolgreichsten deutschen Angreifer der vergangenen 100 Jahre in übersichtliche Gruppen einzuteilen. Leider bleiben die Definitionen des Autors oftmals schwammig oder klischeehaft, der „verrückte“ Linksaußen darf da nicht fehlen. So bleibt der Rahmen der Geschichten bemüht, doch wer manch verschwurbelten und altbackenen Sprachwitz überliest, findet interessante historische Porträts von einst beliebten Stürmern, die kaum noch ein Fan kennt und die so langsam in Vergessenheit geraten. Ein Buch also für alle, die alles über Fußball lesen und Spaß an Anekdoten haben, die noch nicht jeder kennt.

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