Sport : Die Lange Nacht der Tickets

Ohne größere Probleme läuft im Internet der Vorverkauf für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an

André Görke,Robert Ide

Berlin - Wahre Fußballfans lassen sich von einer langen Anreise nicht abschrecken. Wer etwa aus Burkina Faso nach Deutschland kommen will, muss 4700 Kilometer zurücklegen. Mindestens ein Fan aus dem afrikanischen Land hat sich das fest vorgenommen – er bestellte am Montag im Internet Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Ob er tatsächlich eines der 64 WM-Spiele sehen darf, ist allerdings fraglich.

Mit dem erwarteten Ansturm hat der Ticketverkauf für die WM 2006 begonnen. Interessenten aus mehr als 100 Ländern orderten bis zum Abend mehr als 500 000 Karten auf der Internetseite www.fifaworldcup.com. Wie berichtet, können Fans auf dieser Seite oder per Faxabruf unter 0900 – 158 58 58 bis zum 31. März Karten bestellen, und zwar maximal vier Karten für sieben Spiele. „Die Fans haben zwei Monate Zeit, es wird jetzt kontinuierlich so weitergehen“, sagt Klaus-Peter Schulenberg, Chef des Ticketvermarkters CTS Eventim.

Nur ein Drittel der insgesamt drei Millionen Karten ist für Fans vorgesehen. In der ersten Verkaufsphase werden im freien Verkauf 812 000 Tickets angeboten. Die Paarungen stehen noch nicht fest. „Das Endspiel in Berlin ist der Renner“, sagt Wolfgang Niersbach, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees. Nach der ersten Verkaufsphase werden die Karten Ende April ausgelost – Spiel für Spiel. Für einen Erfolg ist der Zeitpunkt der Bestellung unerheblich.

Die Preise bewegen sich zwischen 35 Euro für ein Vorrundenspiel in der billigen Kategorie 4 und 600 Euro für ein Finalticket in der teuersten Kategorie 1. Welche Plätze die Besteller in den jeweiligen Stadien zugeteilt bekommen, steht noch nicht fest. Das Organisationskomitee hat bislang nur einen groben Verteilungsschlüssel für die Kartenkategorien erarbeitet (siehe Grafik). „Genaues wird erst feststehen, wenn die Karten hergestellt werden“, sagt WM-Sprecher Gerd Graus. Die Tickets werden etwa acht Wochen vor dem Turnier verschickt.

Auf der Internetseite muss jeder Besteller einen Bewerbungsbogen ausfüllen und dabei persönliche Daten von sich und seinen Mitbestellern angeben. Dazu gehört die Ausweisnummer. Wer Kinder mitnehmen möchte, muss die Nummern der Kinderausweise angeben. „Wenn keine vorliegen, kann der Besteller noch einmal seine eigene Ausweisnummer eintragen“, rät Schulenberg. Der Umtausch bestellter Karten soll prinzipiell nicht möglich sein. An Ausnahmeregelungen wird derzeit aber gearbeitet, heißt es aus Organisationskreisen.

Technische Pannen gab es trotz des Andrangs am Montag nicht. „ Zwischen Mitternacht und 1 Uhr hatten wir viel Verkehr“, sagt Patricia Rohde, Medienchefin von Yahoo Deutschland, die die Bestellseite im Internet betreut. Bis zum Morgen wurde es ruhig, „dann sind die Europäer aufgewacht und es ging weiter“. Es gab nur kleine technische Probleme am Morgen. Eine kurzzeitige Störung traf vor allem Nutzer im Rhein-Main-Gebiet. In Burkina Faso funktionierte alles.

Alle Informationen zum

Kartenverkauf finden Sie unter:

www.tagesspiegel.de/wmtickets

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