Sport : Die Last der Erwartungen

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Irgendwann flatterten die Unterlagen von Mark Lebedew aufs Spielfeld. Ein Profi des VfB Friedrichshafen hatte beim Aufschlag den Ball auf die Hand des Trainers des Berliner Volleyball-Bundesligisten BR Volleys gedonnert. Nette Einlage, sie passte zum hohen Unterhaltungswert des Spitzenspiels der Volleyball-Bundesliga. 6345 Zuschauer in der Schmeling-Halle, eine packende, meist sehr gute Partie – am Samstag zeigte sich der Erfolg des Projekts BR Volleys, der Professionalisierung der Sportart in Berlin mit Ausstrahlung auf die ganze Liga.

Der Kampf um den Titel ist spannender geworden, mehr Medien als früher werden auf Volleyball aufmerksam. Die Berliner waren zu diesem Projekt gezwungen, ihre früheren Strategien, Erfolg und Aufmerksamkeit zu bekommen, waren schiefgegangen. Mal hatten sie offiziell auf die eigene Jugend und deutsche Spieler gesetzt, mal hatten sie auch gehofft, die Dauerrivalität mit Friedrichshafen würde für Aufmerksamkeit sorgen – in der Sportstadt Berlin ging das unter.

Mit dem hohen Etat sind sportliche Erwartungen geweckt, da liegt der Knackpunkt. Das Projekt, sagt Manager Niroomand, wird auch weitergehen, wenn das Team nicht Meister wird, dafür sei es zu strategisch angelegt. Stimmt schon, die Volleys müssen nicht unbedingt Meister werden, der Titelgewinn lässt sich nicht programmieren. Aber sie müssen zumindest im Finale nach hartem Kampf unterliegen, spielerisch überzeugend. Sonst taugt das Team nicht wirklich als mediales Flaggschiff. Am besten wäre natürlich der Titel. Zeit wär’s. Der SCC wurde zuletzt 2004 Deutscher Meister. Seite 20

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