Sport : Die Launen der Papageien

Benedikt Voigt

bestaunt Werders Champions-League-Spiele Eigentlich hätte es Sat1 besser wissen müssen. Statt des Ballgeschiebes des FC Bayern München bei Juventus Turin, das lediglich für Taktikliebhaber einen speziellen Reiz ausübte, hätte der Sender besser daran getan, live das Spiel der Mannschaft in den grünorangefarbenen Papageientrikots zu übertragen. Natürlich darf eingewendet werden, hinterher sei man immer schlauer, aber eigentlich hätten es sich die Verantwortlichen vorher denken können. Denn bei Werder Bremen ist in der Champions League immer etwas los.

Unvergessen ein Auftritt aus der ersten Champions-League-Saison 1993/94: Nach einem 0:3-Rückstand in der 66. Minute gewannen die Bremer noch 5:3 gegen den RSC Anderlecht. Am Mittwoch haben die Spieler von Trainer Thomas Schaaf eine Darbietung von ähnlichem Unterhaltungswert hingelegt. Von 3:0 auf 4:3 in 13 Spielminuten. Bei der Konferenzschaltung im Abonnementfernsehen kam der Reporter mit seinen Tor-in-Bremen-Rufen kaum nach. Doch so schön manche Champions-League-Spiele der Bremer sind, noch unterhaltsamer ist es, wenn der launige Klub seine Chancen auf ein Weiterkommen endgültig verspielt. Unter einer Niederlage mit fünf Toren Abstand macht er es dann nicht. So war es in der ersten Champions-League-Saison gegen den FC Porto (0:5), so kam es zuletzt bei Olympique Lyon (2:7).

Deshalb ein Tipp für Sat1: Wenn Bremen aus der Champions League rausfliegt – unbedingt mit allen Kameras live dabei sein! Nur Bremer Fans sei für diesen Abend empfohlen: lieber den FC Bayern sehen.

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