Sport : Die Leichtigkeit des Siegens

Die Eisbären schlagen Düsseldorf zum dritten Mal und können bereits am Dienstag das Halbfinale erreichen

Claus Vetter

Berlin. Es war gestern ein unaufgeregter Nachmittag im Sportforum Hohenschönhausen. Das ließ sich schon allein daran ablesen, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Großteil der sitzenden Kundschaft unter den 5000 Zuschauern nach den Pausen wieder zu ihren Plätzen begab: Das dauerte lange, anscheinend waren die Erfrischungsgetränke interessanter als das Spiel. Denn auf dem Eis war eigentlich schon nach 14 Minuten beim dritten Play-off-Viertelfinalspiel zwischen den Eisbären und der Düsseldorfer EG alles entschieden: Da führten die Berliner 2:0, und der Gegner machte nicht den Eindruck, als könne er dem Geschehen eine Wende geben. Und so war es dann auch, die Eisbären siegten schließlich 3:0 (2:0, 0:0, 1:0) und führen in der nach dem Modus „Best of seven“ gespielten Serie 3:0. Gewinnen die Berliner am Dienstag das vierte Spiel in Düsseldorf, stehen sie schon im Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft.

Das knappe Scheitern in den Spielen zuvor – Freitag siegten die Eisbären in Düsseldorf erst nach Verlängerung 4:3 – hat Spuren bei den Rheinländern hinterlassen. Bei den Eisbären wiederum hat das Zustandekommen der beiden ersten Siege gegen die DEG ein psychisches Hoch bewirkt. So souverän wie die Berliner gestern auftraten, sind sie in den Play-offs noch nicht aufgetreten. Stürmer Steve Walker sagte dann auch, dass er „zu keinem Zeitpunkt gezweifelt habe“, dass sein Team gewinnen würden. Walker hatte das erste Tor für die Eisbären geschossen, sogar in Unterzahl. Denis Pederson traf dann mit einem Schuss ins rechte Toreck. Das 3:0 erzielte Mark Beaufait acht Minuten vor Ende eines Spiels, das die Eisbären zwischenzeitlich fast zu leicht nahmen. Vor dem dritten Treffer hatte Düsseldorf immerhin einen Pfostenschuss. Trotzdem war das Berliner 3:0 völlig verdient – auch weil ihr Torhüter Oliver Jonas ohne Fehler blieb.

Wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gab bei den Eisbären, dann war es der lässige Umgang mit den vielen Torchancen. Allerdings rächte sich das nicht, und so waren am Ende eines entspannten Nachmittages bei den Berlinern alle zufrieden. Trainer Pierre Pagé stellte fest, dass sein Team „zweieinhalb Drittel sehr gut gespielt hatte“. Und Steve Walker freute sich auch darüber, dass für die Konkurrenz in den anderen Viertelfinal-Auseinandersetzungen das Erreichen des Halbfinales weiter entfernt ist als für die Berliner. „Hoffentlich reizen die ihre Serien richtig aus und gehen über sieben Spiele“, sagte Walker – natürlich im Scherz.

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