Sport : Die letzte Hoffnung

Stefan Hermanns

über die wahre Stärke der deutschen Nationalelf Auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes ist vor einer Woche ein Interview mit Oliver Kahn erschienen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hat darin die jüngste Entwicklung gewissermaßen schon vorweggenommen. „Es ist einfach so, dass wir eine Turniermannschaft sind“, hat Kahn gesagt. Gut zu wissen, denn nach dem 0:2 gegen Ungarn ist dies das Letzte, was die Anhänger der Nationalelf im Hinblick auf die Europameisterschaft noch ein bisschen zuversichtlich stimmt.

Deutschland ist eine Turniermannschaft ist eine Turniermannschaft ist eine Turniermannschaft. Und jetzt alle: Eine TUR-NIER-MANN-SCHAFT. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen muss man sich das immer wieder laut vorsagen, um den gewünschten Effekt zu erzielen: um sich selbst stark zu reden und – noch wichtiger – um die Gegner schon jetzt in Furcht und Schrecken zu versetzen. Wisst ihr noch, ihr Holländer? 1974 im WM-Finale? Ihr Franzosen? 1982 und 86 im Halbfinale? Ihr Engländer? 1996 bei der EM? Und ihr alle bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren? Wo wart ihr denn, als sich Deutschland ins Finale schlich?

Die anderen mögen schneller rennen, flinker passen, präziser flanken, kunstvoller dribbeln, härter schießen – egal. Die Deutschen gewinnen. Nicht immer. Nicht gegen Rumänien oder Ungarn. Aber wenn es drauf ankommt. Warum das so ist? Das kann man nicht erklären. Höchstens so: Deutschland ist eine Turniermannschaft, weil Deutschland eine Turniermannschaft ist. Was soll man dagegen sagen?

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